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18.04.2008 
Softwarestandards

Einheitliches Betriebssystem für alle Autos

von Chris Löwer

Moderne Autos sind bis unter den Dachhimmel mit Elektronik vollgestopft. Jede Software wird für sich genommen zwar immer schneller, preiswerter und sicherer, die Integration aber immer schwieriger. Forscher und Autofirmen arbeiten daher an Softwarestandards für künftige Fahrzeuge. Dafür wird es auch höchste Zeit.

Bereits im kommenden Jahr will BMW erste Steuergeräte mit standardisierter Software auf den Markt bringen. Foto: dpaLupe

Bereits im kommenden Jahr will BMW erste Steuergeräte mit standardisierter Software auf den Markt bringen. Foto: dpa

BERLIN. Abstandshalter, Bremshilfen wie ESP, geschwindigkeitsabhängige Servolenkung – stürzt die Software eines Autos ab, ist es mit einem Neustart wie am heimischen PC nicht getan. Blockieren bei 200 Stundenkilometer plötzlich die elektronisch gebremsten Räder, weil das Steuergerät spinnt, kann das für den Fahrer schlimm enden.

In einer Limousine der Oberklasse befinden sich bis zu 80 Steuergeräte mit jeweils eigener Software. „Das kann man sich vorstellen wie ein Netz mit 80 heterogenen Rechnern“, verdeutlicht Martin Große-Rhode von der Abteilung Verlässliche technische Systeme des Fraunhofer-Instituts für Software und Systemtechnik (ISST) das Problem. Diese einzelnen System zu vernetzen, sei die eigentliche Herausforderung.

Jede Software im Auto werde für sich genommen zwar immer schneller, preiswerter und sicherer, aber die Integration werde immer schwieriger, sagt Große-Rhode. Bisher mangelt es an einem übergreifenden Standard. Forscher und Autohersteller arbeiten an deren Entwicklung. Dafür wird es auch höchste Zeit: Nach einer Studie der Managementberatung Mercer Management Consulting werden in den nächsten 15 Jahre Autos doppelt so viel Software an Bord haben wie heute.


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Im Auftrag von BMW entwickeln die Fraunhofer-Forscher beispielsweise eine Gesamtarchitektur, eine Art Betriebssystem für alle elektronischen Komponenten im Auto. Auf der Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt wurden Anfang September die letzten Ergebnisse präsentiert – bereits im kommenden Jahr will BMW erste Steuergeräte mit standardisierter Software auf den Markt bringen.

„Das Ziel ist, zunächst alle Fahrzeugfunktionen plattformunabhängig zu beschreiben und miteinander zu koppeln – was bisher nicht der Fall ist“, erklärt Große-Rhode. Erst dann werden die Funktionen den jeweiligen Steuergeräten zugeordnet. Die eigentliche Informationsverarbeitung findet auf dem übergeordneten Autosar-Virtual Functional Bus statt – so kommt Struktur in die Architektur.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: mobilSoft geht das Problem der Softwareverknüpfung grundlegend an

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