Die Verbrennung des neuen Energieträgers hat aus Sicht der BMW-Techniker einen entscheidenden Vorteil: Die Moleküle mischen sich schneller mit Luft als beim Benzin. Daher lässt sich Wasserstoff mit höherer Frequenz im Motor verbrennen. „Damit erzielen wir höhere Wirkungsgrade als mit Benzin“, sagt der Physiker Kammerer und nennt konkrete Zahlen: Die Energieausbeute mit Wasserstoff liege bei 42 Prozent, das sei rund zehn Prozent mehr als mit konventionellem Sprit. Ein rein auf Wasserstoff optimierter Motor wäre noch leistungsstärker. BMW arbeitet an einem reinen H2-Aggregat, das mit vier Zylindern die selbe Leistung bringen soll, wie die 12-Brennkammern des Testfahrzeugs.
Doch der Weg in ein neues Zeitalter ist noch weit. „Wasserstoff hat eine geringere Energiedichte als Benzin, das macht die Speicherung und den Transport schwierig“, sagt Matthias Altmann von der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik. In der Tat füllt der hochisolierte Tank den stattlichen Kofferraum des Testautos, denn nur bei 253 Grad Minus bleibt der Kraftstoff in seiner gewünschten flüssigen Form. 70 Lagen Alufolie kleiden die drei Zentimeter dicken Wände, die Isolationsleistung entspricht einer 17 Meter dicken Styroporschicht.
Wer den „Hydrogen7“ tanken will, muss einen Baumstamm-dicken Tankrüssel wuchten. Abgerechnet wird Wasserstoff in Kilogramm, eine Füllung reicht bislang nur für 200 Kilometer. Aussagefähige Preise gibt wegen des geringen Absatzes noch nicht.
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Das größte Problem des BWM-Konzepts ist, dass Wasserstoff nur dann umweltfreundlich und nachhaltig ist, wenn er nicht wie heute aus Erdgas, sondern regenerativ, beispielsweise aus Sonnenenergie gewonnen wird. Dennoch könnte Wasserstoff mittelfristig eine Alternative werden. „Bis 2020 werden fossile Kraftstoffe noch dominieren, dann könnte sukzessive die Umstellung beginnen“, sagt Altmann. Bis dahin wollen die Münchener die Testautos weiter entwickeln, die Motoren optimieren und den unförmigen Tank in der Karosserie verschwinden lassen. Da sich die Technik leicht fertigen lässt, sind Kleinserien rasch möglich.
Parallel müsste die Infrastruktur für den Wasserstoff aufgebaut werden. Vor zwei Jahren überraschte der Gase-Hersteller Linde mit dem Plan, ein bundesweites Netz für Wasserstofftankstellen entlang der Autobahnen aufbauen zu wollen. Doch daraus ist bislang nichts geworden, bis dato gibt es in Deutschland nur ein Dutzend Füllstationen. „Wir brauchen Partner“, wirbt BMW-Mann Kammerer. Immerhin: Einen Testwagen hat BMW bereits im Fuhrpark von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos untergebracht.
