Gesetzliche Auflagen zum Schutz der Insassen? Fehlanzeige. "Als Fahrer bekommt man ein ganz anderes Gefühl für die Straße", sagt Renschler. "In unserem Fall gibt es nicht mal eine richtige Windschutzscheibe. Das macht es richtig aufregend."
Vom speziell für die USA gebauten 300 SLS fertigte Mercedes nur drei Stück - eine automobile Rarität. "Solche Autos sind ein Stück Technikgeschichte", sagt Renschler. Wie schön, dass sie ja "auch bewegt werden müssen". Von Zeit zu Zeit.
Zum Abschluss der Silvretta setzt sich der Daimler
-Vorstand in den Schatten einer alten Kastanie auf eine der langen Holzbänke vor dem Gaschurner Gasthaus Stern. Zur Belohnung zündet sich Renschler in seiner schwarzen Windjacke mit dem Schriftzug des Haustuners AMG eine Marlboro an - noch so ein Vergnügen der Vergangenheit angesichts flächendeckender Rauchverbote. Die Sorgen um den Einbruch des LKW-Marktes sind Welten entfernt.
Auch Opel-Kollege Forster kann, Manta- und Commodore-beschwingt, seine geschäftlichen Alltagssorgen für ein Weilchen vergessen. Sein Chef, GM
-Boss Rick Wagoner, versucht mit einer Sparrunde nach der anderen, die Kosten des Konzerns dem erodierenden Verkauf anzupassen. Ganze Fabriken für die vor kurzem in den USA noch angesagten Geländewagen und Pick-ups lässt Wagoner dichtmachen.
Forster blickt auf den kultig-schnittigen Manta, und das Gestern erinnert ihn an das Heute: "Wir müssen die Marke emotional noch attraktiver machen." Seit Jahren versucht der Ex-BMW
-Manager, das von ebenso konzeptlosen wie sparwütigen Amerikanern ramponierte Image von Opel aufzupolieren - ein zähes Unterfangen.
Von Preisentwicklungen wie bei manchem Oldtimer darf Carl-Peter Forster nur träumen. Kostete selbst ein in relativ großer Stückzahl gebauter Mercedes 280 SL vor wenigen Jahren noch 15 000 Euro, sind es heute locker 25 000. Begehrt sind vor allem Autos von Edelmarken wie Bentley, Bugatti, Ferrari, Mercedes oder Porsche
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Als spektakulärstes Beispiel aus jüngster Zeit gilt ein BMW
Roadster 507. Davon wurden nur 255 gebaut. Ein roter, Baujahr 1958, zweite Serie, fuhr die Silvretta mit. Ein schwarzes Modell soll kürzlich für 750 000 Euro den Besitzer gewechselt haben. Käufer soll Formel-1-Magnat Bernie Ecclestone gewesen sein. Vor wenigen Jahren war ein 507er nur rund 250 000 Euro wert.
Malte Jürgens, der als Chefredakteur der Fachzeitschrift "Motor Klassik" die Silvretta mitorganisiert, sagt: "Oldtimer haben ein sympathisches Image. Selbst Politiker lassen sich gern mit Klassikern ablichten - obwohl sie eben noch gegen die CO2-Emission gewettert haben." Die Nachfrage neuer Käuferschichten, etwa aus Russland, befeuern den Markt zusätzlich. "Die Umsätze mit Oldtimern steigen seit einigen Jahren." Und auch eine psychologische Erklärung hat der Oldtimer-Experte parat: "Heute ändert sich alles sehr schnell. Die Zukunftsängste nehmen zu. Oldtimer bringen Stabilität."
