Denn für die Autobauer gewinnt das Thema Leichtbau aufgrund der geforderten CO2-Verminderung bei Fahrzeugen an Aktualität: "Neben alternativen Antriebsarten ist der Leichtbau unser wichtigster Hebel, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren und die neuen Richtlinien zu erfüllen", sagt Martin Goede, Manager Fahrzeug-Leichtbau bei der Volkswagen AG. Immerhin lassen sich pro 100 Kilogramm Gewichtsersparnis je nach Fahrzyklus und Fahrzeuggröße etwa 0,25 bis 0,5 Liter Sprit pro 100 Kilometer einsparen. Der Umwelt blieben damit pro gefahrenem Kilometer etwa 7,5 bis 12,5 Gramm CO2 erspart. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 20 000 Kilometern entspricht das in etwa 150 bis 250 Kilogramm CO2 - also in etwa der Menge, die hierzulande 15 bis 25 Bäume absorbieren können. Einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz können die Leichtbau-Konzepte allerdings erst dann leisten, wenn sie tatsächlich in Großserie genutzt werden.
Dieses Ziel des "wirtschaftlichen Leichtbaus" verfolgt auch das Förderprojekt der Europäischen Union Super Light Car (SLC), das VW-Leichtbauexperte Goede koordiniert. Bereits im Februar 2005 haben sich unter Federführung von Volkswagen 38 Automobilhersteller, Zulieferer, Hochschulen und Forschungsinstitute zum Förderprojekt SLC zusammengeschlossen. Sie wollen die Karosseriestrukturen eines Wagens der A-Klasse (Golf-Klasse) um mindestens 30 Prozent - das entspricht etwa 100 Kilogramm - gegenüber dem heute gängigen Modell erleichtern.
Und zwar ohne dabei die Kostenbegrenzungen dieser Fahrzeugklasse zu überschreiten. "Erlaubt sind Mehrkosten von durchschnittlich 2,5 bis 5 Euro pro gespartes Kilogramm Gewicht", erklärt VW-Forscher Goede. Mittel der Wahl ist eine Mischung verschiedener Materialien: "Für jedes Bauteil soll im Hinblick auf Leichtbau, Ökologie und Kosten immer das geeignetste Material eingesetzt werden", sagt Goede. Ende dieses Jahres werden die Forscher ihre Ergebnisse vorführen. Ab 2012 sollen erste neue Werkstoffe dann serienmäßig zum Einsatz kommen.
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Die Highlights des 78. Genfer Autosalons
Billig, sparsam und lange haltbar
GeId für Neues: Die Autoindustrie steckt jährlich rund 70 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung. Doch 40 Prozent davon fließen der Unternehmensberatung Oliver Wyman zufolge in Projekte, die nie in Serie gehen.
Blick auf Megatrends: Die Weltbevölkerung wohnt zunehmend in Großstädten. Autokonzerne reagieren und legen den Schwerpunkt der Entwicklung auf Stadtfahrzeuge. Das Ziel: Sicherheit und Entspannung im Stau.
Wünsche als Vorgabe: Ihre Entwicklung richten die Hersteller an den Wünschen der Kunden aus. Diese sind anspruchsvoll: Sie wollen zuverlässige Fahrzeuge, die wenig Sprit verbrauchen, lange halten und bezahlbar sind.
Lästige Innovationen: Oft gehen die Neuerungen aber am Bedarf der Kunden vorbei. Neuwagenkäufer fühlen sich regelmäßig von der Masse an komplizierten Innovationen und technischen Abkürzungen überfordert.
