So hat etwa die Swissauto Wenko in Burgdorf in der Schweiz bereits einen Zwei-Zylinder-Motor entwickelt, der nur 48 Kilo wiegt und trotz seines winzigen Hubraums von 750 Kubikzentimeter in der Lage ist, einen Kleinwagen anzutreiben. Er nutzt den Druck des Abgases im Motor, um Frischluft in den Brennraum in den Zylindern zu schaufeln. Testfahrzeuge verbrauchten ganze vier Liter Benzin auf 100 Kilometer. Der im Leistungsniveau vergleichbare VW Polo schluckt mit seinem 1,4-Liter Hubraum rund 2,5 Liter mehr.
Noch stehen die großen Autohersteller solch radikal neuen Motor-Konzepten bei ihren Downsizing-Strategien reserviert gegenüber. Sie setzen in erster Linie Einspritzverfahren, um den Leistungsverlust auszugleichen, der auftritt, wenn sie die Volumen ihrer Motoren reduzieren. Dabei wird zusammen mit dem Sprit eine größere Luftmenge und damit auch mehr Sauerstoff die Zylinder gepumpt, was die Verbrennung fördert. So lässt sich ein Sechs-Zylindermotor eines Benziners durch einen Vierzylinder ersetzen, ohne dass sich das Fahrgefühl ändert.
Volkswagen setzt dieses Prinzip bereits im Audi S3 und Golf GTI ein. Auch der Fiat Bravo arbeitet mit einem neuen kompakten Einspritzmotor, dem T-Jet. Mit nur 1,4 Liter Hubraum treibt er die Fahrzeuge mit 120 PS an. Die Deluxe-Variante bringt 150 PS auf die Straße. Bei Dieselmotoren setzt Fiat auf die Stoßaufladung der Zylinder durch Turbolader.
Während die klassischen Automobilfirmen weiterhin relativ große Boliden antreiben wollen, setzen andere Autobauer auf völlig neue Fahrzeugkonzepte: Die Münchner Firma Loremo will 2009 eine Leichtbau-Limousine auf den Markt bringen. In der Kunststoffkarosse des Loremo LS finden vier Personen Platz: Eingestiegen wird durch das Dach.
Das Auto wiegt nur 450 Kilo – ein Drittel bis ein Viertel vieler heutiger PKW. Wegen seines geringen Gewichts kommt der Loremo mit einem 700-Kubik-Zweizylinder-Dieselmotor aus, der 20 PS Leistung bringt. Er soll das Mobil bei einem Verbrauch von nur 1,5 Litern auf 100 Kilometer auf bis zu 160 km/h beschleunigen. Auf der IAA war der erste fahrfähige Prototyp des Fahrzeugs zu sehen.
Noch winziger als der Loremo ist der Einzylinder-Erdgasmotor im dreiräderigen Stadtmobil Clever, das die TU Berlin mit Unterstützung von BMW entwickelt hat. Das Kürzel Clever steht für Compact Low Emission Vehicle for Urban Transport. Wegen der Leichtbauweise erlaube der Minimotor Beschleunigungen wie ein 2,4 Liter Benzinmotor bei einem üblichen PKW. Zwei Prototypen des Stadtmobil fahren bereits.
