Obwohl rundum erneuert, steht die zweite Mini-Generation ganz in der Tradition des Vorgängers. Dank dieses äußerst behutsamen Modellwechsels könnte BMW den großen Erfolg des kleinen Kurvenkünstlers fortsetzen.
dpa-infocom HAMBURG. Traditionsbewusst ist auch der Marktstarttermin: Am 18. November 2006 kommt die Neuauflage in den Handel. Auf den Tag genau 100 Jahre zuvor wurde Alec Issignonis geboren, der Konstrukteur des Ur-Minis.
Äußerlich sind die Änderungen der Mini-Neuauflage erst auf den zweiten Blick erkennbar. Unter anderem der Vorderwagen wuchs etwas in Länge und Höhe, was mehr Platz für den größeren Motor schafft und einen besseren Fußgängerschutz bieten soll. Neu gestaltet wurden auch die Scheinwerfer und der Kühlergrill. Dank dieser und anderer Feinschliff-Maßnahmen wirkt der Mini jetzt erwachsener und dynamischer.
Riesen-Tacho deutlich vergrößert
Die Innenraum-Innovationen sind auffälliger. Zwar blieb das bisherige Flair erhalten, doch das Interieur wurde insgesamt attraktiver. Schickere Softoberflächen betonen den zuvor noch etwas vernachlässigten Premiumanspruch. Besonders augenfällig ist der gewachsene Riesen-Rundtacho in der Mittelkonsole, der nun Navigationsbildschirm und Geschwindigkeitsanzeige gemeinsam beherbergen kann.
Obwohl einige Funktionseinheiten und Schalter anders als bei anderen Autos angeordnet sind, ist doch alles funktional und weitgehend intuitiv bedienbar. Es dauert lediglich einige Augenblicke, bis man sich im Mini beispielsweise mit der Einstellung der Klimaautomatik zurechtfindet. Wünschenswert wären noch ein paar mehr Ablagen oder Staufächer. So manches Spaltmaß und gelegentlich vernehmbare Knarrgeräusche während der Fahrt künden außerdem von klassischen Mini-Schwächen.
Die bessere Raumökonomie ist dafür ein großer Fortschritt. So hat dank der schmaleren Mittelkonsole das rechte Fahrerknie mehr Platz. Der weiterhin enge Fond bietet trotz des unveränderten Radstands mehr Kniefreiheit. Hinter der im Verhältnis 50 zu 50 umlegbaren Rückbank ist der Kofferraum um zehn auf 160 Liter gewachsen.
Jetzt mit 175 PS
Eine wesentliche Verbesserung beim Mini II ist der Antrieb. Der neue Benzindirekteinspritzer leistet im Cooper ohne Aufladung 120 und im Cooper S dank eines Twin-Scroll-Turboladers satte 175 PS. Herausragende Eigenschaften sind seine hohe Drehfreudigkeit sowie das zwischen 1 600 und 5 000 Umdrehungen anliegende Drehmoment von 240 Newtonmetern.
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Dank der mehr PS, dem neuen Getriebe und zehn Kilo weniger Gewicht wuchs die Höchstgeschwindigkeit von 220 auf 225 km/h und verbesserte sich die Zeit für den 100-km/h-Sprint von 7,2 auf 7,1 Sekunden. Trotz besserer Fahrleistungen sank der Durchschnittsverbrauch des Cooper S von 8,6 auf 6,9 Liter Benzin pro 100 Kilometer.
Kurvenfeger in bester Tradition
Wie sein Vorgänger, so wurde auch der neue Cooper S auf Fahrspaß getrimmt. Vor allem in Kurven zeigt der 3,71-Meter-Zwerg eindrucksvoll, dass er ein Großmeister der Querbeschleunigung ist. Wer den Wagen mit Schärfe durch Kurven jagt, wird sich über einen gut kontrollierbaren Untersteuerer mit kräftig zupackenden Bremsen freuen. Sollte der Wagen doch einmal ausbrechen, kann ihn das gegen Aufpreis erhältliche Stabilitätsprogramm DSC auf Kurs halten.
Statt bisher elektrohydraulisch, ist die Lenkung im neuen Mini elektromechanisch. Zwar wirkt sie damit eine Spur synthetischer als bisher, vermittelt aber immer noch ein sehr direktes Lenkgefühl. Dank längerer Federwege wurde außerdem der Komfort spürbar erhöht.
Mehr Auto zum gleichen Preis
Gegenüber dem Vorgänger kostet der neue Cooper S 21 050 Euro und damit 50 Euro als mehr als bisher. Wie bei BMW üblich, sind der Individualisierung kaum Grenzen gesetzt. Leicht kann der Wunsch-Mini über 30 000 Euro kosten.
Fazit: Alles besser oder mindestens so gut wie bisher
In fast allen Punkten wurde der Mini verbessert, ohne die Kernwerte des Kultautos zu verwässern. Vor allem der neue Motor, das komfortablere Fahrwerk und der schönere wie praktischere Innenraum sorgen für eine deutliche Aufwertung bei nur leicht gestiegenem Preis. Damit bleibt der Mini Cooper S für einen Kleinwagen zwar teuer. Doch ein Kultmobil wie der Mini darf sich auch preislich vom Kleinwagen-Einerlei abheben.
