0 Bewertungen
30.04.2008 

Die Schere zwischen den innovativen Top-Performern und den Schlusslichtern der Zulieferer-Branche öffnet sich seit Jahren immer weiter. Die schwächsten zehn Prozent der Branche, so haben die Alix-Experten berechnet, erreichen heute gerade mal ein Achtel der Finanzkraft der führenden zehn Prozent. Der wichtigste Grund: Kriselt ein Unternehmen, fahren viele Chefs die Ausgaben für F&E zurück. Ein Teufelskreis setzt sich dann meist in Gang: Weniger Innovationen, weniger Umsatz und Ertrag, nochmals weniger Innovationen. Unter den Schlusslichtern der Branche fanden die Autoren der Studie kein einziges mit hohen Forschungsaufwendungen.

Vor allem die amerikanische Zulieferindustrie hat sich so in den vergangen Jahren ins Abseits manövriert. Die US-Unternehmen wendeten im Durchschnitt nur rund halb so viel für die Forschung auf wie ihre europäischen Konkurrenten. Das rächt sich nun. Während die europäischen Anbieter in den letzten Jahren ihre Gewinne vor Steuern auf durchschnittlich über 11 Prozent hochschrauben konnten, stürzten die US-Zulieferer auf rund vier Prozent ab. "Für die US-Unternehmen eine gefährliche Situation", sagt Thomas Sedran, Managing Director bei Alix-Partners. "Weniger als acht Prozent Gewinn bedeutet, dass ein Unternehmen mittelfristig bei den Innovationen möglicherweise nicht mehr mithalten kann."


»  Original oder Kopie?
Sehen die aktuellen Modelle einiger chinesischer Autohersteller ihren westlichen Vorbildern ähnlicher als die Polizei erlaubt? Urteilen Sie selbst ...

Der Druck, den die Finanzmärkte auf börsennotierte Firmen ausüben, ist ein Grund für die Entwicklung. "In vielen US-Unternehmen bestimmen die Controller das Geschehen", sagt ein deutscher Manager, der bei verschiedenen US-Zulieferern in Top-Positionen tätig war. "Die Controller denken in Quartalen. Können sie den Wert einer Innovation nicht in die Bilanz für das nächste Quartal schreiben, ist ihnen die Innovation suspekt."

Bei ElringKlinger im schwäbischen Dettingen strebe man deshalb "eine gesunde Mischung von Ingenieuren und Controllern in den Führungsetagen" an, sagt Vorstandschef Stefan Wolf. ElringKlinger, ein führender Anbieter von Zylinderkopfdichtungen, investiert seit Jahren zwischen acht und zehn Prozent des Umsatzes (2006: 528 Millionen Euro) in die Entwicklung neuer Technologien. "Wir wollen dem Wettbewerb nicht einen, sondern zwei Schritte voraus sein", tönt Wolf. "Und hat man eine erfolgreiche Innovation, darf man sich keine Sekunde darauf ausruhen." Das haben die Schwaben offensichtlich nicht getan. Umsätze und Gewinne des Unternehmens klettern seit Jahren konstant, der Börsenwert verzehnfachte sich seit 2001.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Erfolgsrezept Prozessinnovation

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Automobil Rubriken

Anzeige
Anzeige

weiterTuminellis Designkritik

Ein Drittel Birne  Artikel in Merkliste

26.11.2008Tuminellis Designkritik

Damit hätte Edison wohl nicht gerechnet. Seine berühmteste Erfindung - die Glühbirne - wird flacher. Der Koreaner Joonhuyn Kim hat sie auf ein Drittel reduziert. Das auf der Tokio Designshow ausgestellte Konzept stößt bei den Besuchern auf großes Interesse. Artikel


Anzeige