Der neue BMW M3 ist seit 1986 die vierte M-Generation der 3er-Reihe. Er übernimmt ein respektables Erbe: Etwa 180 000 M3 sind in den vergangenen 20 Jahren gebaut und verkauft worden.
dpa-infocom HAAR. Am 15. September 2007 startet die Neuauflage des Straßenboliden zunächst in der Coupé-Version. Der Neuling ist keine hochgezüchtete Variante des 3er Coupé, sondern ein eigenständiges Auto. Dass Leichtbau im Lastenheft stand, sieht man bereits deutlich am dunklen Dach: Es besteht aus klarlackiertem kohlefaserverstärkten Kunststoff CFK. Diese Konstruktion spart etwa fünf Kilogramm Gewicht und soll den Fahrzeugschwerpunkt spürbar absenken. Insgesamt wurde dank Gewichtsersparnis ein Leistungsgewicht von 3,8 Kilogramm pro PS erreicht.
Zu den weiteren erkennbaren Raffinessen des stärksten 3er gehören Details wie die Powerdome auf der Motorhaube und mit Stegen befestigte Außenspiegel. Die Frontschürze mit drei Einlässen macht klar, dass dahinter eine lufthungrige Pferdeschar lauert. Am breiteren Hinterteil fallen die vier Endrohre sofort ins Auge - seit elf Jahren ein M-Erkennungsmerkmal. Auch die Seitenlinie ist markant und charakteristisch zugleich: Neben den ausgeprägten Linien dürfen die typischen Kiemen in den vorderen Kotflügeln nicht fehlen.
Fahrer und Beifahrer sind in eigens entwickelte Sportsitze gebettet, die genügend Seitenhalt geben und bei längeren Strecken sehr bequem sind. Wie gewohnt haben die M-Sattler ihre Spuren hinterlassen: Das Lenkrad ist blaurot vernäht und das 330-km/h-Ende vom Tacho lässt ahnen, was möglich wäre, wenn die Elektronik nicht bei 250 Stundenkilometer abregeln würde.
420 PS aus Hochdrehzahl
Als treibende Kraft wurde dem M3 erstmals ein V8-Motor verpasst. Der Motorblock des Vierliter-Aggregates stammt von der Formel-1-Leichtmetall-Gießerei aus Landshut. Doch die Maschine ist nicht nur leicht, sondern dreht vor allem sehr hoch: Erst bei 8 400 Umdrehungen erreicht das Kraftwerk seine Höchstleitung, bei 8 300 Touren liegt die Maximalleistung von 420 PS an.
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Guter Vortrieb, knackige Bedienung
Was die Theorie trocken verspricht, wird in der Praxis rasant umgesetzt. 4,8 Sekunden braucht das Münchner Top-Coupé, um Tempo 100 zu erreichen. Der M3 sprintet vom Start weg mit einem gewaltigen Druck los. Vor allem rasante Zwischenspurts in höheren Tourenlagen hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck. Das Sechsgang-Getriebe ist knackig und lässt die Gänge an die richtige Position flutschen. Die Zahnstangenlenkung wird von der Servotronic unterstützt, die sich über das idrive in zwei Stufen einstellen lässt. Bereits im Normalmodus agiert die Lenkung recht direkt, bei „Sport“ wird die Rückmeldung nochmals optimiert. Das völlig neu konstruierte Fahrwerk ist straff gefedert, aber keinesfalls unkomfortabel. Um extrem hohe Kurvengeschwindigkeiten zu ermöglichen, gibt es serienmäßig die M-Differenzialsperre: Sie schickt die Kraft auf das Rad mit der besten Traktion.
Power-Knopf für schnelleres Ansprechen
Wie bereits beim M5 und M6 gibt es jetzt im M3 einen Power-Knopf: Anders als bei den Zehnzylinder-Varianten erhöht er die Leistung aber nicht, sondern verändert das Ansprechverhalten des Motors in drei Stufen. Der Power-Knopf findet sich neben dem Schalthebel in Nachbarschaft des Ein- und Ausschalters für die dynamische Stabilitätskontrolle DSC und des Schalters für die 1 900 Euro teure elektronische Dämpferkontrolle EDC. Deren Abstimmung lässt sich in drei Stufen von komfortabel bis sportlich modifizieren. Das gegen Aufpreis erhältlich MDrive-System ermöglicht es, alle Parameter abzuspeichern und per „M“-Taste am Lenkrad blitzschnell abzurufen.
Der neue M3 kostet 66 650 Euro. Das ist für einen Sportwagen dieser Güte beinahe günstig. Die Ausstattung des BMW ab Werk ist gut, neben den bereits erwähnten Details gibt es zum Beispiel das M-Lenkrad mit Bedientasten, ein CD-Radio und Stoff-Ledersitze. Auf der Extra-Liste stehen verschiedene DVD-Navigationssysteme, High-End-Audioanlagen und ein Ablagenpaket, das auch Getränkehalter beinhaltet.
Fazit: Ein echter Sportwagen mit Komfort
Der neue M3 setzt die Reihe der erfolgreichen Tradition würdig fort. Er ist mehr als die stärkste Variante einer Baureihe: Der Münchner ist ein gelungener Kompromiss aus Sport und Komfort.
