Zwar gibt es für sparsame Europäer nun auch einen Diesel. Doch ein klassisches Auto braucht auch einen klassischen Motor wie den 3,8 Liter großen V6. Mit der Gelassenheit eines Nilpferdes und der Kraft eines Elefanten bringt er den Wrangler überall hin. 146 kW/199 PS und maximal 315 Newtonmeter Drehmoment sind schließlich allemal genug für eine Fahrt ans Ende der Welt. Nur eilig sollte man es dabei nicht haben. Denn für den Sprint von Null auf 100 braucht er mit der Automatik eine gefühlte Ewigkeit und für die Höchstgeschwindigkeit von 180 Stundenkilometer (km/h) viel Anlauf. Und sonderlich sparsam ist er mit einem Normwert von 11,9 Litern auch nicht. Aber wenigstens genügt ihm Normalbenzin.
Gut im Gelände, unruhig auf der Autobahn
Auch das Fahrverhalten erinnert ein wenig an einen afrikanischen Dickhäuter: Mit zuschaltbarem Allradantrieb, Geländeuntersetzung, Leiterrahmen und mehr Bodenfreiheit als die allermeisten anderen Geländewagen klettert der Wrangler ebenso mühelos über die Alpen wie Hannibals Elefanten. Doch auf der Autobahn braucht er eine starke Hand und in der Stadt geht ohne gute Augen und kräftige Arme gar nichts: In enge Parklücken passt er nur nach vielen Rangiermanövern.
Fazit: Dank Klassiker-Charme über Kritik erhaben
Mit normalen Maßstäben gemessen ist der Wrangler auch als neues Modell ein altes Auto, das so gut ins Feld der Geländewagen passt wie eine Dampflok vor den Intercity. Doch gerade der rustikale Charme und der serienmäßige Gruß von gestern sind es, die seinen Reiz ausmachen. Während man für echte Oldtimer tief in die Tasche greifen muss, liegt er bei einem Grundpreis von knapp 26 000 Euro auf einem Niveau mit VW Tiguan & Co. Und wenn der Straßenbau weiterhin so stockt, sind ein paar echte Geländequalitäten vielleicht gar nicht so verkehrt.
