0 Bewertungen
09.10.2007 

Laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey ist das größte Hindernis bei der Nutzung der Wasserstoff-Brennstoffzelle ihr Preis. Selbst bei Rohölpreisen von 100 Dollar pro Barrel und unter Annahme eines technologischen Quantensprungs bleibt das Brennstoffzellenauto noch viel zu teuer für den Massenmarkt: sowohl wegen seiner hohen Anschaffungskosten – das Doppelte eines weiterentwickelten Benziners – als auch wegen der hohen Betriebskosten. „Die Brennstoffzelle wird bis 2020 keine relevante Alternative sein“, urteilt daher McKinsey-Studienleiter Philipp Radtke.

Die Kosten drücken könnte eine Entwicklung von Volkswagen. Den Wolfsburger Ingenieuren gelang es im vergangenen Jahr, eine Brennstoffzelle zu entwickeln, die auch Temperaturen von bis zu 160 Grad standhält. „Diese wird das Gesamtsystem im Auto kleiner, leichter und alltagstauglicher machen – und das bei geringeren Herstellungskosten“, sagt VW-Sprecher Harthmuth Hoffmann. Einen Prototyp mit der neuen Brennstoffzelle wird es jedoch frühestens 2010 geben. Größtes Hindernis ist laut Hoffmann die Tatsache, dass es bezüglich der Herstellung, Lagerung und Speicherung von Wasserstoff nur Insellösungen gibt.

So erzeugt die Brennstoffzelle im PKW durch die Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff zwar Energie mit einem extrem hohen Wirkungsgrad von bis zu 45 Prozent. Doch der Wasserstoff selbst ist keine Energiequelle, sondern ein sekundärer Energieträger, wie das warme Wasser in der Zentralheizung. Zählt man die Verluste bei seiner Herstellung, Lagerung und Speicherung zusammen, so kommen an den Rädern letztlich höchstens 20 bis 30 Prozent der ursprünglich eingesetzten Energie an. „Das liegt nur leicht über der Energiebilanz eines heutigen Benziners“, sagt Fraunhofer-Experte Wietschel.

Und auch mit dem scheinbar schlagenden Vorteil, der Null-Emissionen, ist es noch nicht weit. Denn der Treibstoff ist nur so umweltfreundlich, wie die Energie, aus der er entsteht. Bisher wird Wasserstoff zu mehr als 90 Prozent aus einer Dampfreformierung von Erdgas gewonnen, die wiederum Kohlendioxid freisetzt. Immerhin: Die Abgase könnten so aus den Ballungsräumen in die Peripherie verbannt werden und die Feinstaubdiskussion wäre graue Vergangenheit.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Automobil Rubriken

Anzeige
Anzeige

weiterTuminellis Designkritik

Ein Drittel Birne  Artikel in Merkliste

26.11.2008Tuminellis Designkritik

Damit hätte Edison wohl nicht gerechnet. Seine berühmteste Erfindung - die Glühbirne - wird flacher. Der Koreaner Joonhuyn Kim hat sie auf ein Drittel reduziert. Das auf der Tokio Designshow ausgestellte Konzept stößt bei den Besuchern auf großes Interesse. Artikel


Anzeige