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06.10.2008 
Japanischer Autokonzern kündigt Steckdosenhybrid an

Mitsubishi fährt Rivalen davon

von Finn Mayer-Kuckuk

Japans Fahrzeughersteller heizen das Rennen um die früheste Markteinführung von umweltfreundlichen Autos der nächsten Generation weiter an. Mitsubishi kündigte am Montag an, neben einem reinen Elektroauto demnächst auch einen Hybrid für die Steckdose anzubieten.

Das Elektroauto i-EV (i-Electro Vehicle) von Mitsubishi soll in den USA unter Alltagsbedingungen getestet werden. Bild: PRLupe

Das Elektroauto i-EV (i-Electro Vehicle) von Mitsubishi soll in den USA unter Alltagsbedingungen getestet werden. Bild: PR

TOKIO. Solche Autos verfügen über einen Benzinmotor für längere Fahrten und einen Elektromotor für kurze Strecken. Schon in wenigen Monaten wird Mitsubishi ein reines Elektroauto anbieten, das sich notfalls in einer halben Stunde für eine Fahrt von über 100 Kilomentern aufladen lässt. Das mittelgroße Unternehmen stellt sich damit gegen Toyota und den deutschen Konkurrenten Daimler, die solche Konzepte ebenfalls in den kommenden Jahren auf der Straße haben wollen.

Mitsubishi will das Auto zunächst in Japan einführen, sieht jedoch gute Chancen auch in Europa. "Die Richtlinien für Kohlendioxidemissionen in der EU sind die strengsten der Welt", sagte Mitsubishi-Chef Osamu Masuko in Tokio. Mit Autos, die gar keine Abgase ausstoßen, müsste sich da ordentlicher Gewinn erzielen lassen. Er wünsche sich die Schaffung einer eigenen offiziellen Kategorie für emissionsfreie Fahrzeuge mit besonderen Vergünstigungen.

Analysten halten Mitsubishis Neuentwicklung für aussichtsreich, sehen jedoch auch Schwierigkeiten bei der Markteinführung. "Da sind zwei Fliegen in der Suppe", schreiben Experten von Nikko Citigroup. Einerseits werde der Einführungspreis angesichts der zunächst niedrigen Stückzahl sehr hoch ausfallen. Andererseits brauchen die Fahrzeuge eine Infrastruktur fürs Nachladen, die nach nicht vorhanden sei. "Steuervergünstigungen, Kaufpreiszuschüsse oder Kreditgarantien von Staat werden zur weiten Verbreitung unabdingbar sein." Außerdem müssten die Autohersteller rasch die Kosten senken.

Branche unter Strom: Welches Elektroauto welcher Hersteller plant

Um das Preisproblem zu lösen, weill ein Konkurrent seine Produkte sogar scheinbar verschenken. Nissan spielt den Elektro-Vorreiter bei einem Projekt in Israel, das die Autos erst einmal umsonst herausgeben wird. Das Geld soll später durch Ladegebühren wieder hereinkommen. Honda setzt derzwil noch auf auf das Hybridauto, stellt jedoch die Elektrifizierung in Aussicht. "Die Unterschiede sind aber nicht zu unterschätzen", sagen Ingenieure des Unternehmens. Bei Honda sitzen Elektro- und Benzinmotor auf einer gemeinsamen Achse. Das Auto läuft allenfalls minutenweise rein auf Strom - da ist der Weg zum reinen E-Fahrzeug vergleichsweise weit. Als Ausgleich stellte Honda die Weiterentwicklung vorhandener Elektro-Motorräder mit neuer Batterietechnik in Aussicht.

Der Autokonzern Chrysler kündigte kürzlich etwas überraschend an, in zwei Jahren ebenfalls mit einem Elektroauto dabei sein zu wollen - kann jedoch bisher nicht viel vorweisen. Anders geht der Branchenführer Toyota an die Sache heran. Das Elektroauto ist intern bereits weitgehend fertig, soll aber erst 2010 auf den Markt kommen - wenn die Entwickler sich ganz sicher sind, die Technik in gewohnter Qualität anbieten zu können. Toyota konnte bereits seit den 90er-Jahren Erfahrungen mit Mischantrieben sammeln, die sowohl einen Elektro- als auch einen Benzinmotor enthalten. VW betritt hier generell Neuland.

Mitsubishi-Chef Masuko fordert nun den zügigen Aufbau der nötigen Infrastruktur, um seine Autos im Alltag wieder aufladen zu können. Er kündigte die Vertiefung einer Kooperation mit Elektrizitätsversorgern an, um mehr Aufladestationen anbieten zu können. Die iMiev soll 160 Kilometer weit mit einer Batterieladung fahren können. Ein voller Ladezyklus dauert bei 200 Volt Haushaltsstrom sieben Stunden, lässt sich jedoch mit stärkeren Stromquellen stark abkürzen. Auf der Frankfuter Automesse wurde das Auto unter der Bezeichnung I-EV vorgestellt.

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