Durch die steigende Nachfrage drängen immer mehr Hersteller auf den Markt und liefern sich einen Preiskampf. Im Durchschnitt kosten tragbare Navigationssysteme heute nur noch 310 Euro, vor zwei Jahren waren es noch 475 Euro. Damit sinken auch die Margen. Um sich der Konkurrenz zu erwehren, suchen die Branchenführer ihr Heil in Übernahmen. Tomtom beispielsweise hat im Juli angekündigt, für zwei Mrd. Euro den Anbieter von digitalen Landkarten Teleatlas zu kaufen.
Marktbeobachter sehen darin erst den Anfang. „Tomtom versucht die Regeln des Spiels zu ändern, indem sie digitale Kartenherstellung mit dem Verkauf der Navigations-Hardware kombinieren“, sagt Nicolas von Stackelberg, Analyst bei Sal. Oppenheim. Einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil soll den Niederländern ein Projekt bringen, mit dem Nutzer selbst Karten aktualisieren und anderen Anwendern zur Verfügung stellen können. „Eine mehrere Millionen starke ,Ameisenarmee’, die konstant die Straßen nach Fehlern durchforstet”, sagt Stackelberg.
Ob der Navi-Reiseführer von iPublish da mithalten kann, wird sich zeigen. Immerhin soll die Lösung, die Mitte Oktober auf den Markt kommt, stolze 779 Euro kosten. „Jede Innovation hat ihren Preis und wenn sie einen echten unvergleichbaren Nutzen bieten, dann wird dieser in der Regel akzeptiert“, sagt iPublish-Geschäftsführer Carsten Leininger. Die Exklusivität rühre auch daher, dass die Texte aus den Redaktionen des Reiseführers „Merian“ und der Zeitschrift „Der Feinschmecker" stammen.
