Schneller um die Kurven
Mit dem „Cross Wheel Drive“ führen die Schweden auch ein elektronisches Sperrdifferential mit dem Namen „elsd“ (Electronically-controlled Limited Slip Differenzial) an der Hinterachse ein, das beim Turbox serienmäßig und bei den anderen Modellen wahrscheinlich als Option angeboten wird. Mit ihm wird die Kraft auch noch zwischen dem inneren und äußeren Rad verteilt und so die Kurvendynamik erhöht: Ähnlich wie ein Kanufahrer, der das Paddel nur auf einer Seite einsticht, kommt der Wagen damit schneller um die Ecken.
Zwar haben die Modellpflege vom letzten Herbst und das sportliche Outfit der Sonderserie den 9-3 wieder ein wenig entstaubt. Doch vor allem innen kann der 9-3 sein Alter kaum verhehlen: Zu kantig und streng sind die Formen, zu hausbacken die Ausströmer der Klimaanlage, zu verspielt die Cupholder und zu eigenwillig manche Bedienungsfolgen, als dass man sie dem Saab als markentypisch nachsehen würde. Und auch das Pilotengefühl, das die Schweden gerne aus ihren Kampfflugzeugen übertragen möchten, will sich trotz der strammen Sitze und der zum Fahrer hin orientierten Instrumententafel nicht so recht einstellen. Einzig bei Nacht, wenn alle unwichtigen Informationen im Cockpit ausgeblendet werden, gibt es Parallelen.
Mehr Lifestyle als Laster
Anders als der 9-5 trägt der 9-3 seinen Rucksack mit großer Lässigkeit. Dafür haben die Designer eine dynamische Linie gewählt und den Verzicht auf etwas Ladevolumen in Kauf genommen. So bietet der 9-3 nur Platz für 419 Liter Gepäck. Wird die Rückbank umgelegt, fasst er maximal 1 273 Liter. Andere Kombis bieten da mehr Laderaum - und auch Extras wie einen doppelten Ladeboden, ein pfiffiges Gepäckrollo oder einen Skisack. Dafür zeugt der Saab-Kombi von der Liebe zum Detail, die man etwa an den markanten Rückleuchten oder dem stilisiertes Flugzeug im Ladeboden erkennt.
Fazit: In der Gegenwart angekommen und die Zukunft gesichert
Zwar werden die über 2000 Neuteile der Modellpflege den 9-3 nicht vom Exoten zum Bestseller machen. Und der Allradantrieb für erhöhten Spaßfaktor ist mit dem großen V6 einfach zu teuer. Doch immerhin ist Saab damit wieder im Hier und Heute angekommen. Und auch die Zukunft scheint mit der neuen Allradtechnik gesichert.
