Das ZBT will die Konstruktion nun industriell vermarkten. Den Studenten hingegen geht es weniger um den Verkauf von Ideen. Vielmehr wollen sie Begeisterung für das Ingenieursstudium wecken. Die Universitätsleitung hat die Vorteile des Projektes längst erkannt. Sie stellt dem Team Büros und Werkstätten zur Verfügung. Von dem Projekt profitieren auch angehende Wissenschaftler aus der philosophischen Fakultät. Sie entwickeln Werbekonzepte, entwerfen Flyer und suchen neue Partner.
Obwohl die Mitarbeiter unentgeltlich arbeiten, entstehen Kosten von rund 50 000 Euro jährlich. Ohne Sponsoren wäre die Weiterentwicklung von "Fortis Saxonia" daher nicht denkbar. Auch der Zufall hilft: So kam der Kontakt zu VW
über das ehemalige Vorstandsmitglied Folker Weißgerber zustande. Dieser hatte 2004 eine Honorarprofessur in Chemnitz übernommen und das "Fortis Saxonia"-Team kennen gelernt. Der Mut der Studenten hätte überzeugt, sagt VW
-Forschungsleiter Lienkamp. "Das Treppchen könnte es schon werden" - so lautete damals die Antwort auf die Frage nach der angepeilten Platzierung beim Shell
Eco Marathon.
Dieses Ziel wollen die Studenten nun nächstes Jahr erreichen - und die starke Konkurrenz aus Frankreich und der Schweiz endlich schlagen. Ein schwieriges Unterfangen: Den Rekord hält ein Team der Technischen Hochschule Zürich mit 3900 Kilometern.
Tüftler Mäder hat noch ein weiteres Anliegen: Er will dazu beitragen, Elektroautos zum Marktdurchbruch zu verhelfen. Sie verursachten weniger Abgase, seien leiser und bei Kleinwagen ab gefahrenen 200 000 Kilometern um ein Fünftel günstiger als Benziner, sagt Mäder. Bei einem Spritpreis von über zwei Euro lohne sich die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs für den Stadtbetrieb schon jetzt. Auch wenn deutsche Hersteller immer noch Merkmale wie Leistung oder Crashsicherheit bevorzugten - langsam setze ein Umdenken ein, sagt Mäder. "Die Zeiten für gepolsterte Panzer sind vorbei."
