Der im baden-württembergischen Neckarsulm gebaute NSU Ro 80 hat einen Wankelmotor unter der flachen Haube.
Aber nicht jeder Käufer hatte seine uneingeschränkte Freude am Ro 80. Sparte sich jemand den Blick in die Bedienungsanleitung, konnte es passieren, dass der NSU sich zickig zeigte. Grundsätzlich startete der Wagen einwandfrei, wenn alle Vorschriften befolgt wurden. Und die besagten eben, dass beim Anlassen kein Gas gegeben werden sollte. Wer den Startprozess jedoch mit dem Gasfuß unterstützte, hatte es schnell mit einem komplett abgesoffenen Motor zu tun.
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Bei frühen Modellen galten die Motoren als anfällig für Defekte. Das wurde zwar schnell mit ein paar konstruktiven Änderungen behoben, auch sorgte NSU kulant für Ersatz. Trotzdem hatte der Ruf des Ro 80 einen Kratzer bekommen. Hinzu kam später noch ein Rostproblem, das den zeitweisen Einsatz billigen Recyclingblechs zum Grund hatte. Trotz solcher Einschränkungen galt der Ro 80 als hochwertiges Auto.
Einen Weg in eine goldene Zukunft bildete er für NSU dennoch nicht - im Gegenteil. Die Verkaufszahlen bewegten sich in eher bescheidenem Rahmen. Im Jahr 1969 endet die lange NSU-Geschichte mit der Fusion zur Audi-NSU-Union.
Der Ro 80 war damit nicht das erste Auto einer neuen Generation, sondern das letzte mit dem Markenzeichen NSU. Eine weitere Neuentwicklung fand zwar noch den Weg auf die Straßen, trug aber nicht mehr die drei Buchstaben in der Bezeichnung. Nach dem Wankel-Modell hatte man bei NSU noch eine Limousine mit herkömmlichem Benzinmotor entwickelt - verkauft als VW K 70.
Der Ro 80 selbst ließ zwar nicht die Kunden in Scharen die Autohäuser stürmen - er weckte jedoch manchen anderen Autohersteller auf. Mercedes baute ein Rekordfahrzeug mit Wankelmotor, andere versuchten sich an Serienmodellen. Heute allerdings hält nur noch Mazda am Prinzip der drehenden Kolben fest. Dem nicht wirklich sparsamen Ro 80 selbst versetzten Nachwehen der Ölkrise den Todesstoß, so dass die Produktion im März 1977 nach insgesamt zehn Jahren und 37 398 Exemplaren endete.
