Tomtoms
neue Spitzenserie GO 930 ist da. Das Navigationsgerät gibt sich lernfähig und empfiehlt sogar Schleichwege. Eine durchschnittliche Grafik und ein stolzer Preis sprechen allerdings nicht gerade für den schnellen Holländer. Lohnt sich also ein Umstieg?
Die Preise für Navigationsgeräte fallen immer weiter. Trotzdem kostet das neue Spitzenmodell von Tomtom
noch stolze 500 Euro. Womit will der schnelle Holländer zum Umstieg animieren? Mit der 3D-Grafik jedenfalls nicht. Die ist brauchbar, aber nicht mehr. Andere, wie Navigon, können das netter. Klasse ist der neue optische Spurassistent. Er stellt unübersichtliche Autobahnverzweigungen vorbildlich dar. Das ist aktive Fahrsicherheit.
Merkwürdig: Während die verbale Ansage eines Richtungswechsels ("jetzt abbiegen") rechtzeitig kommt, waren auf der Meteranzeige im Display, je nach Geschwindigkeit, noch Werte zwischen 15 und 50 Meter abzulesen. Das irritiert in der Stadt bei schnell aufeinander folgenden Einmündungen.
Die Vorteile des neuen "IQ-Routing" sind nicht auf den ersten Blick erkennbar. Aber die Idee ist prickelnd. Die sinnvollste Route wird nicht mehr statisch (zum Beispiel anhand der erlaubten Höchstgeschwindigkeiten) berechnet, sondern nach "echt" gefahrenen Touren.
Tomtom
sammelt diese Daten anonym per Internet ein, wenn ein Tomtom
-Navi am PC hängt, und der Nutzer zugestimmt hat. So entsteht mit der Zeit ein tatsächliches Bild der Verkehrslage und der Stauschwerpunkte. Im Test zeigte das GO 930 tatsächlich bei einer meiner Standardstrecken den "Schleichweg", den eigentlich immer die Einheimischen nutzen. Das Vergleichs-Gerät (Navigon 7100) schlug die theoretisch gleich gute Route mit einem Stück Stadtautobahn vor, das Ortskundige meiden. Ob Zufall oder nicht, muss noch dahingestellt bleiben. Ansonsten haben sich Routen kaum unterschieden.
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Interessant ist immer die Möglichkeit, Bluetooth-Telefone anzuschließen, um Navigationslautsprecher und Mikrofon als Freisprechanlage zu nutzen. Leider musste mein Blackberry
Curve beim 930 außen vor bleiben - bis auf das 8100 (Perl) wird keine der RIM-E-Mailmaschinen unterstützt. Schade. Man sollte sich vor dem Kauf in jedem Fall unter » www.tomtom.com/phones informieren, ob das eigene Gerät eine Liaison mit dem Tomtom
eingehen wird.
Das GO 930 bietet jede Menge Spielereien wie eine iPod-Fernsteuerung oder MP3-Player. Aber das haben viele. Zumal der USB-Anschluss auf langen Fahrten sowieso für die Stromversorgung und nicht für den iPod benötigt wird.
Also umsteigen? Der Fahrspurassistent ist eine echte Überlegung wert. Das IQ-Routing hängt davon ab, wie viele Nutzer auf Dauer mitmachen werden.
Lohnen könnte sich der Umstieg für jeden, der bei seinem alten Gerät ohnehin sein Kartenmaterial dringend mal erneuern muss. Die frechen 70 Euro für die neuen Karten kann man sich sparen, und vielleicht gibt es auf Ebay
ein paar Euro für das Altgerät. Dann tut der tiefe Griff ins Portemonnaie nicht mehr ganz so weh.

