0 Bewertungen
16.04.2008 
Tumminellis Designkritik

Ein Alfa für alle

von Paolo Tumminelli

Mit einem hochemotionalen Design für den "Mi.To" setzt sich Alfa Romeo in der Kleinwagenklasse in Szene. Das Unternehmen setzt auf den positiven Imageeffekt, denn Kleinwagen mit niedrigen Verbrauchs- und Emissionswerten treffen auf den Wertewandel in der privaten Mobilität. Für die edle Marke ist das aber ein riskantes Spiel.

Der neue Alfa Mi.To  Quelle: dpaLupe

Der neue Alfa Mi.To Quelle: dpa

DÜSSELDORF. Als der Alfa Romeo "8C Competizione" 2007 endlich auf den Markt kam, wurden alle 500 Stück des über 100 000 Euro teuren Autos blitzschnell verkauft. Gut 40 Jahre mussten die Freunde der Marke auf einen echten Alfa warten - so einen wie jener, der Henry Ford damals zu dem berühmten Satz animierte: "Wann immer ich einen Alfa Romeo sehe, ziehe ich den Hut davor."

Der "33 Stradale" mit Mittelmotor und atemberaubender Scaglione-Karosserie war 1967 der letzte Versuch, etwas Einmaliges zu bauen. Nur 18 Stück wurden von dem Wagen verkauft, der um einiges teurer war als der größte Mercedes. Den legendären Achtzylindermotor übertrug Alfa später in den Coupé "Montreal" - allerdings nach vorne, also technisch und stilistisch gesehen an die verkehrte Stelle.

Die allgemeinen Rostprobleme und der Klassenabstieg durch den "Alfasud" markierten gleichzeitig den Beginn des Untergangs des Staatskonzerns. Die zu spät eingeführte Oberklassenlimousine "Alfa 6" sowie die Sechszylinderversion des "Alfetta GTV" konnten gegen die Konkurrenz der Bayerischen Motorenwerke kaum etwas bewirken.

Als 1987 IRI-Präsident Romano Prodi Alfa Romeo Fiat schenkte, war das Ende einer glorreichen Produktgeschichte bereits vorauszusehen. Zuerst wurden die Fiat-Plattformen übernommen, danach wurde sogar der raffinierte V6-Motor durch ein mittelmäßiges GM-Aggregat ersetzt.


Tabelle    Alfa Romeo Mi.To: Zwischen Kleinwagen und Sportauto


Nur ein Wunder konnte die Marke retten, und dieses geschah 1997 in Form des "156". Die Mittelklasse-Limousine ließ die Herzen alter Markenfans wieder schlagen und zog eine neue, designorientierte Kundschaft an. Mit knapp 700 000 Exemplaren in zehn Jahren ist dem "156" die Rückkehr der Marke zu verdanken.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Nur eine Sache beim "Mi.To" ist ziemlich banal

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

weiterBildergalerien

zurück
  • BMW lässt beim X1 die Hüllen fallen

    BMW lässt beim X1 die Hüllen fallen

    Der bayrische Autohersteller hat drei Monate vor der Markteinführung am 24. Oktober weitere Geheimnisse um seinen neuen kleinen Geländewagen gelüftet: BMW zeigt die ersten ungetarnten Fotos des X1 und nennt auch die Preise und Motoren, die es zum Marktstart g...Bildergalerie 

  • Das Comeback der Elektroautos

    Das Comeback der Elektroautos

    Die Idee für ein Elektroauto ist nicht neu. Doch dank neuer Lithium-Ionen-Batterien, anhaltender Klimadebatte und strengeren Emissionsauflagen setzen die Autohersteller rund 100 Jahre nach deren Erfindung wieder auf batteriebetriebene Fahrzeuge. Strategien un...Bildergalerie 

  • Start frei für das weltgrößte Solar...

    Start frei für das weltgrößte Solarkraftwerk

    Strom für 200 000 Haushalte soll das Solarkraftwerk Andasol 1 in Spanien produzieren. Die Anlage, die jetzt offiziell eingeweiht wurde, kann auch in der Nacht mit voller Leistung arbeiten.Bildergalerie 

vor

 

 

weiterWirtschaftsWoche Technik-Trends

Knigge für die Generation Killerspiel 

Mit einem Knigge-Videospiel lässt sich bald gutes Benehmen lernen. Ein Familienspross des Etikette-Papstes persönlich wirbt für das neue Nintendo-Spiel. Doch kann man die Generation Killerspiel mit digitalen Anleitungen zum Krawattebinden von Egoshooter und World of Warcraft weglocken? Weiter


Wie Solaranlagen kosteneffizient arbeiten können 

Ein neues Startup aus dem kalifornischen Los Gatos verspricht effizientere Solaranlagen. Für seine Idee konnte das junge Unternehmen Geldgeber interessieren: Zehn Millionen Dollar neues Kapital sind jüngst in die Kasse geflossen. Weiter


Atomkraftwerk Krümmel wieder vom Netz 

Das Atomkraftwerk Krümmel ist gestern wieder vom Netz gegangen. Der Grund: Am Nachmittag hat sich die Turbine der Anlage automatisch abgeschaltet. Auslöser war offenbar der Ausfall eines Eigenbedarftransformators. Umweltaktivisten warnten erneut davor, den Reaktor wieder anzufahren. Weiter