Bewegung war nach der Rede von Generalsekretär Ban in die festgefahrene Situation gekommen. Die Welt warte auf einen Durchbruch, sagte Ban. „Ganz ehrlich, ich bin enttäuscht über das Niveau des Fortschritts, der hier gemacht wurde.“ Der in der Nacht ausgehandelte Kompromissvorschlag sei überzeugend und sollte nicht weiter blockiert werden. Jeder müsse bereit sein zum Kompromiss.
Die Europäische Union stellte sich ausdrücklich hinter den Kompromiss. Die portugiesische EU-Ratspräsidentschaft erklärte in der Schlussrunde: „Wir unterstützen diesen Text.“ Darin fehlt das von der EU geforderte Ziel, dass Industriestaaten ihre Treibhausgase bis 2020 um 25 bis 40 Prozent vermindern sollen. Stattdessen gibt es nur einen Hinweis auf die Ergebnisse des Klimarats (IPCC), der diese Zielmarke nennt, sowie eine Fußnote mit der Fundstelle.
Die USA, die auf der Konferenz scharf angegriffen worden waren, gaben sich zuletzt ebenfalls versöhnlich. Die US-Regierung bekenne sich ausdrücklich dazu, in einem neuen Klimaabkommen ein langfristiges weltweites Emissionsziel vereinbaren zu wollen, sagte Delegationschefin Paula Dobriansky. „Wir wollen einen Erfolg hier in Bali.“ Sie warb um Verständnis für die US-Position. „Ich glaube, wir haben uns stark bewegt“, sagte sie. „Wir werden hier weitermachen im allgemeinen Konsens.“
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hatte zeitweilig heftige Kritik am Verlauf der Konferenz geäußert. Er griff auch explizit die USA an. Erst seien Reden über die Rettung der Welt und die Zukunft der Kinder gehalten worden. „Und dann macht man vor der Weltöffentlichkeit diese Taschenspielertricks“, sagte der deutsche Minister. „Es geht richtig ums Eingemachte“, sagte Gabriel. Der Text der Entschließung stelle ziemlich hohe Anforderungen an die Industriestaaten. Jetzt stelle sich die Frage, ob auch die Entwicklungsländer bereit seien, mit dem Klimaschutz Ernst zu machen.

