01.10.2007

Bodenschätze in der Arktis: Eiskalter Wettlauf

Verborgen unter dem Polareis der Arktis vermuten Experten ein Viertel der weltweiten Erdöl- und Erdgasreserven. Damit würde die Region über mehr der begehrten Bodenschätze verfügen als Saudi-Arabien. Seitdem der Klimawandel das Eis schmelzen lässt, hat ein Wettrennen verschiedener Nationen um die Ressourcen begonnen. Kanada ist alarmiert - und greift zu drastischen Maßnahmen.

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RESOLUTE. Konzentriert beobachtet Simon Idlout die Wasseroberfläche und die Küste. Nichts entgeht dem 61-jährigen Inuk, der mit seinem Neffen Solomon im offenen Motorboot die Nordwestpassage bei Resolute in Kanadas Arktis durchkreuzt und immer wieder mit einem Fernglas die Küste absucht. Ein geladenes Gewehr liegt griffbereit. "Qilalugak" ruft Idlout in seiner Sprache und weist zum Horizont: Zuerst kaum zu erkennen, dann immer deutlicher tauchen die Rücken weißer Beluga-Wale auf.

Wären Idlout und sein Neffe jetzt auf der Jagd, würden sie sicher einige Wale erlegen. Aber jetzt sind sie auf Streife. Simon und Solomon Idlout sind Mitglied der "First Canadian Ranger Patrol Group", einer freiwilligen Reservistentruppe, die dem kanadischen Verteidigungsministerium untersteht und im dünn besiedelten Norden patrouilliert, Ausschau hält nach Ungewöhnlichem, nach verdächtigen Schiffen oder Flugzeugen.

"Wir sind die Augen und Ohren der kanadischen Streitkräfte im Norden", sagt einer der Ranger. Christine Whitecross, Kommandantin der kanadischen Streitkräfte im Norden Kanadas, fügt hinzu: "Die Kenntnisse der Ranger, in dieser Umgebung zurechtzukommen, sind von unschätzbarem Wert für uns."

Das gilt in diesen Zeiten mehr denn je - seitdem der Klimawandel das Polareis schmelzen lässt und ein Wettrennen verschiedener Nationen um die in der Arktis vermuteten Bodenschätze ausgelöst hat. Experten vermuten dort ein Viertel der weltweiten Erdöl- und Erdgasreserven, mehr als in Saudi-Arabien.

Ernst jüngst unterstrich Russland seinen Anspruch auf die Schatzkammer Arktis, als es seine Nationalflagge in den Meeresgrund am Nordpol rammen ließ. Am Donnerstag bekräftigte das Land seine Haltung. Die anderen Arktis-Anrainerstaaten sind aufgeschreckt - allen voran Kanada - und die Ranger noch wachsamer.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mysteriöse Schiffe und U-Boote

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