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12.11.2008 
Neue Modellrechnung

Todeszonen unter Wasser breiten sich aus

Die ungebremste Freisetzung des Treibhausgases Kohlendioxid gefährdet zunehmend das ökologische Gleichgewicht der Ozeane. Schon jetzt gelten knapp 250 000 Quadratkilometer Meeresgebiet als lebensfeindlich - Tendenz steigend.

Die Ozeane leiden zunehmend unter der CO2-Belastung. Foto: dpaLupe

Die Ozeane leiden zunehmend unter der CO2-Belastung. Foto: dpa

HB KIEL. Die Todeszonen in den Weltmeeren werden deutlich wachsen, wenn der Mensch weiter ungedrosselt Treibhausgase in die Atmosphäre bläst. Zu diesem Schluss kommt eine Modellrechnung Kieler Forscher um Andreas Oschlies vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR). „Unsere Untersuchungen zeigen eine Ausbreitung der Zonen mit sauerstoffarmem Wasser um bis zu 50 Prozent bis zum Ende dieses Jahrhunderts“, berichtete Oschlies.

Ursache ist der Studie zufolge ein Düngereffekt des Treibhausgases Kohlendioxid an der Meeresoberfläche. Das CO2 bewirkt nicht nur eine zunehmende Versauerung der Meere, sondern wird auch vom Plankton vermehrt aufgenommen. Sinken diese abgestorbenen Lebewesen in die Tiefe, verbraucht ihr Abbau viel Sauerstoff.

Die Zahl der sauerstoffarmen Todeszonen in den Ozeanen ist in den vergangenen Jahren beständig gestiegen. Nach einer im August veröffentlichten Untersuchung gibt es inzwischen mehr als 400 dieser lebensfeindlichen Meeresgebiete, die zusammen eine Fläche von mehr als 245 000 Quadratkilometern haben, das entspricht etwa zwei Dritteln Deutschlands.

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