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14.12.2007 
Stand der Verhandlungen

Umweltschützer machen die stärkere Lobby-Arbeit

Der letzte Stand der Verhandlungen: Wer etwas Genaueres erfahren will, kann zu einer der zahlreichen Pressekonferenzen gehen oder das Mitglied einer Verhandlungsdelegation fragen. Am besten aber wendet man sich direkt an den Vertreter einer Umweltschutzorganisation. Ob WWF, Greenpeace oder Germanwatch – hier laufen die Fäden der Konferenz zusammen.

HB NUSA DUA. Nicht überall stößt das auf Zustimmung. „Die Umweltschützer haben in den vergangenen Jahren mit großem Erfolg die Aufmerksamkeit auf das Thema Klimaschutz gelenkt. Doch dieser Job ist nun erledigt. Niemand zweifelt mehr daran, dass wir etwas gegen den Klimawandel tun müssen", sagt der Wirtschaftsvertreter Björn Stigson, Präsident des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD), dem Handelsblatt. Er habe großen Respekt vor den Umweltschutzorganisationen; doch nun gehe es darum Lösungen für das Problem zu finden. „Das ist jetzt Sache der Politik und der Unternehmen“, sagte Stigson. Der WBCSD steht für gut 200 Konzerne, die sich einer nachhaltigen Entwicklung verschrieben haben. Allerdings widersprach Stigson dem Eindruck, die Umweltschützer allein hätten die Meinungsführerschaft in Bali inne: „Wir sind durchaus präsent. Allerdings arbeiten wir anders als die Umweltschützer. Wir agieren mehr im Hintergrund.“

Das kann man von den Umweltschützern nicht behaupten. Sie sind auf Bali extrem präsent und stellen den mit Abstand größten Teil der vielen Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) bei dem Treffen auf Bali. Und das ist nicht nur bei dieser Klimakonferenz so, das war auch bei den vorangegangenen zwölf Gipfeltreffen der Fall.

Kritische Stimmen werfen nun die Frage auf, ob das auch so bleiben soll. „Die Umweltschützer haben das Thema mittlerweile besser im Griff als Wirtschaft und Politik. Sie liefern die besten Analysen“, sagt ein deutscher Veteran der Klimapolitik. Und sie bringen ihre Positionen gnadenlos in jede Verhandlungsrunde ein. Auch Treffen, zu denen die Organisationen eigentlich nicht zugelassen sind, gehen an den Umweltschützern nicht vorbei. Sie haben überall ihre Gewährsleute.

Die Gründe für die Schlagkraft liegen auf der Hand: Die Umweltschützer beschäftigen sich seit Jahren intensiv mit dem Thema Klimaschutz, sie sind weltweit vernetzt und arbeiten mit flachen Hierarchien. Außerdem haben sie eine klare Zielsetzung. Die Fallstricke der internationalen Diplomatie müssen sie nicht beachten. Immer wieder ist zu hören, dass sie die Delegationen der Teilnehmerstaaten in festgefahrenen Situationen mit Kompromissvorschlägen versorgen. Wenn alles nicht mehr hilft, schalten sie die Medien ein. Eine Kampagne gegen einen Klimaschutzblockierer stellen die Umweltschützer in Windeseile auf die Beine.

Längst werden Forderungen laut, für die Weltklimakonferenzen ein anderes Format zu wählen. „Von den NGOs geht im Moment ein ungeheurer Druck aus. Das tut den Verhandlungen nicht immer gut“, sagt ein Klimakonferenzteilnehmer, der die Ziele der Umweltschützer grundsätzlich teilt.

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