Allerdings kostet er auch. Die Lizenzgebühr richtet sich nach dem Umsatz, der mit dem jeweiligen Produkt erzielt wird. Liegt er zwischen 15 und 25 Millionen Euro, werden jährlich 4 500 Euro Lizenzgebühr fällig. Sind es weniger als 250 000 Euro, beträgt die Gebühr 270 Euro.
Aber es gibt auch Grenzen für den Engel. Ein solarbetriebener Milchaufschäumer ist sicher nett. Verdient er aber das blaue Emblem? Nein, befand die Jury. Der Markt für Milchaufschäumer ist so klein, dass es sich nicht lohnt, Kriterien zu definieren, die die Geräte engelwürdig machen.
Und manchmal wollen die Hersteller den Engel gar nicht haben. So gibt es zwar Engel-Kriterien für Handys. Doch große Hersteller haben sich nie für das blaue Emblem interessiert.
Zwar sind ihre Handys in der Regel so strahlungsarm, dass sie den Engel verdient hätten. Doch für das Thema Strahlung wollen sie ihre Kunden lieber nicht erst sensibilisieren. Als einziger Handyanbieter wirbt die Firma Kandy Mobile, die Telefone für Kinder anbietet, mit dem Umweltengel.
Die 30 Jahre sind am Blauen Engel nicht spurlos vorübergegangen. Sein Hoch erlebte er in 80er-Jahren. Danach hat er an Bekanntheit eingebüßt. Immerhin kennen aber noch 80 Prozent der Bundesbürger das runde, blaue Symbol; und 38 Prozent beachten es beim Einkauf. Im Handel hat er damit nach wie vor eine beachtliche verkaufsfördernde Wirkung.
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