Es ist eine gute Nachricht für die Anbieter: Immer mehr Internet-Nutzer sind bereit, für Inhalte und Dienste zu bezahlen. Die Studie "Deutschland Online 2" erwartet, dass das Marktvolumen für Internet-Bezahlinhalte von derzeit 45 Mill. Euro bis 2010 auf bis auf 185 Mill. Euro wachsen wird.
sfu HANNOVER. Noch bewegen sich die monatlichen Ausgaben für Angebote wie Archiv-Artikel, Downloads und Online-Singlebörsen aber auf sehr niedrigem Niveau. Nicht mehr als 25 Euro pro Halbjahr geben 45 Prozent der von dem Internet-Marktforschungsinstitut Fittkau & Maaß befragten Nutzer für Netz-Inhalte aus. "Fünf Euro pro Monat ist die Grenze", sagt Christopher Watts, Analyst beim Bankhaus Metzler.
Derzeit werden den Untersuchungen von Fittkau & Maaß zufolge meist schriftliche Informationen wie Testberichte sowie Artikel aus Online-Publikationen und Archiven abgefragt. Die Preise für diese Inhalte liegen in der Regel im Centbereich: "Der Markt für Downloads großer Datenmengen wie Videos oder Spiele bietet künftig aber Umsatzpotenzial", sagt Marktforscherin Susanne Fittkau. "Die Unternehmen müssen sich schon jetzt für das Geschäft positionieren."
Nach T-Online und dem Telekom-Dienstleister Arcor hatte daher auch der Internet-Provider Freenet
Anfang des Jahres einen Video-on-Demand-Dienst angekündigt. Künftig will das Unternehmen auch bisher gratis angebotene Dienste wie der Mitschnitt von Online-Musiksendern und die Umwandlung der Stücke in MP3-Dateien nur noch gegen Geld anbieten. Derzeit nutzen etwa 200 000 Kunden das "Air2MP3"-Produkt. "Etwa zehn Prozent davon bleiben dabei, wenn wir den Dienst kostenpflichtig machen", prognostiziert Freenet
-Chef Eckard Spoerr. In zwei oder drei Jahren sollen etwa 700 000 der sieben Millionen Freenet
-Kunden für einen Dienst zahlen. Derzeit sind es rund 200 000.
"Die Bezahldienste braucht Freenet
auch, um Breitband-Anschlüsse zu verkaufen", sagt Metzler-Analyst Watts. Erst der DSL-Anschluss mit seinen höheren Übertragungsgeschwindigkeiten macht den Online-Spiele und Video-Downloads sinnvoll nutzbar. Somit machen solche Inhalte und Dienste Breitband-Anschlüsse erst attraktiv.

