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Big Data: Wie der Ochs vorm Datenberg

Die systematische Analyse von Produktionsdaten erhöht die Wettbewerbskraft der Industrie. Der Berg an Informationen ist für die Unternehmen ein kostbares Gut. Den Wissensvorsprung zu nutzen, fällt dennoch vielen schwer.

Alles vernetzt: Die Informationsflut in der Fertigung nimmt zu. Quelle: Imago
Alles vernetzt: Die Informationsflut in der Fertigung nimmt zu. Quelle: Imago

HamburgIn der Fertigungshalle des Metallverarbeitungsbetriebs TMS in der Nähe von Trier läuft fast alles automatisch. Ein Lasergerät schneidet Metallstufen für eine Baumaschine zu, daneben trennt ein Gerät Halterungen für den Fassadenbau aus einem Blech. Eine dritte Maschine fertigt Antirutschgitter, die für Außentreppen benötigt werden. Die Produktionsautomaten werden laufend mit Konstruktionsdaten gefüttert, fertige Teile schicken sie selbsttätig an ein angebundenes Hochregallager.

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Eine automatisierte und vernetzte Fabrik wie diese erzeugt eine regelrechte Flut an Informationen: Sensoren überwachen die Arbeitsschritte. Maschinen kommunizieren mit anderen Maschinen. Der Datenberg, der dabei anfällt, ist ein kostbares Gut: Wer die einzelnen Infohappen miteinander verknüpfen kann und daraus Schlussfolgerungen zieht, kann Prozesse effizienter und flexibler gestalten sowie aussagekräftige Prognosen treffen. Mittelständlern fällt es aber oft schwer, den Wissensvorsprung zu nutzen.

Mächtige Technologie Wie Big Data Ihr Leben verändert

Dicht an dicht: Wenn die Autos auf der Straße stehen, lässt sich das mit moderner Technologie leicht nachvollziehen. Zum einen gibt es Sensoren am Straßenrand, zum anderen liefern die Autos und die Smartphones der Insassen inzwischen Informationen über den Verkehrsfluss. Diese Daten lassen sich in Echtzeit auswerten und mit Erfahrungswerten abgleichen – so wird klar, wo gerade ungewöhnlich viel los ist und beispielsweise eine Umleitung Sinn ergeben würde. Ein Pilotprojekt dazu lief in der Rhein-Main-Region, allerdings nur mit rund 120 Autos. Langfristig ist sogar das vollautomatische Autofahren denkbar – der Computer übernimmt das Steuer. Eines ist aber klar: Alle Big-Data-Technologien helfen nichts, wenn zu viele Autos auf zu kleinen Straßen unterwegs sind.

Bild: SAP/dpa

Laut einer Studie der Beratungsfirma Pierre Audoin Consultants (PAC) sehen zwei Drittel der Produktionsleiter im industriellen Mittelstand die Welle an Informationen als "sehr große IT-Herausforderung". Über den Handlungsbedarf sind sich die meisten bewusst: "Das rasante Datenwachstum wird insbesondere in der Produktion zunehmend als drängendes Problem erkannt", sagt PAC-Berater Karsten Leclerque. Vor allem fertigungsnahe Prüfdaten und Qualitätskennzahlen sowie Datenmengen aus der Lager- und Transportlogistik müssten mit geeigneten IT-Lösungen bewältigt werden.

"Die Vernetzung der Produktion und der Logistik ist die Grundlage für die Verbesserung bestehender Fertigungsabläufe", sagt Klaus Bauer, Entwicklungsleiter für Basistechnologien bei dem Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf. Um diese Idee einer intelligenten Fabrik, die unter dem Schlagwort Industrie 4.0 diskutiert wird, in der Praxis umzusetzen sei die Verarbeitung großer Datenmengen "von zentraler Bedeutung", meint Berater Leclerque.

Industrial Internet Wenn Maschinen reden lernen

Das Industrial Internet soll unseren Alltag verändern. Was man zur neuen Expansion des Internets wissen muss.

In einer Fabrikhalle von Siemens in der Oberpfalz wird die Herausforderung des Phänomens Big Data deutlich: 1995 wurden hier täglich 5 000 Daten erhoben, heute sind es mehr als 50 Millionen. Alle Maschinen sind online, für die Qualitätskontrolle gibt es mehr als 1000 Sensoren, für die Logistik im Werk mehr als 1000 Scanner.