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28.09.2008 
Aktualisiert 28.09.2008, 11:30 Uhr 

Das Sterben der Blogs

von webwatcher

THANK YOU. Das ist das Erste, was die Macher von uber.com ihren Nutzern noch sagen wollen. Die Blog-Community schließt ihre Pforten, weil die Investoren ihr Geld sparen müssen. Das ist erst der Anfang. Das Social Networking steht mehr denn je auf dem finanziellen Prüfstand.

Resignation macht sich breit. "Erst dachte ich, das ist ein Scherz. Dann habe ich über meinen Blog nachgedacht, weil ich Texte oder Bilder nie gesichert habe.... aber jetzt habe ich mich damit abgefunden." So wie Blueriver wird es vielen Bloggern gehen, die durch die überraschende Ankündigung des Blog-Providers vor der Wahl stehen die Nacht zurchzuarbeiten, oder vielleicht alles zu verlieren. Denn Montag ist Schluß. "Die Wirtschaftskrise hat Uber als ihr nächstes Opfer ausgewählt", erklären die Macher auf ihrer Webseite, die jetzt nur noch ein Grabstein ist und am Montag die Server herunterfährt.

Es trifft die Blogger wie die Belegschaft von Uber.com. Uber war eines der ambitioniertesten Web-2.0-Projekte, mit dem Anspruch hochqualitativer Inhalte, konzentriert auf Medien und Unterhaltung. Eine Mischung aus Network, Blog und Szene-Nachrichten-Portal. Finanziert wurde das Ganze von Discovery Communications und NBC Entertainment. Die haben jetzt den Geldhahn zugedreht. Im Frühjahr hatte es noch einmal 7,6 Mill. Dollar gegeben, das ist jetzt vorbei.

Die Vermarktungsfrage wird für Blogs, Blog-Betreiber, aber auch alle anderen Arten von Web-2.0-Start-Ups die zentrale Frage des Jahres 2009 werden. Den Geldgebern - oft klassische Medienunternehmen - geht jetzt selber das Geld aus und sie sehen, dass die Web-2.0-Investitionen noch immer Teil des Problems sind, nicht der Lösung. Wer kann, so wie der mittlerweile arrivierte Blog Ars Technica, rettet sich in die Arme großer Partner, um in Ruhe zu überwintern. Conde Nast hat den Blog im Mai gekauft.

Social Networks wie Myspace wollen ein paar Extra-Dollars mit dem Verkauf von Musik im Web verdienen. Zu einer Zeit, in der Spieler wie Yahoo Music oder MSN Music schon wieder aussteigen, weil es sich nicht gelohnt hat.

Wer nichts findet, der wird die zweite Kältepeiode im Web nicht überleben oder schnell neue Vermarktungsmodelle finden müssen. Abseits von Webung und Einzelhandelsmodellen. Keine leichte Aufgabe, wenn man den Kunden immer erzählt hat, wir machen alles besser, und das auch noch umsonst.

Pleiten wie Uber sind die ersten Vorboten der zweiten New Economy-Krise. Aber die Einschläge kommen immer näher. Große Aufmerksamkeit wird der kommende Quartalsbericht von Google auf sich ziehen. Und diesmal wird neben der Abkühlung der Werbekonjunktur die Milliardeninvstition in Youtube im Mittelpunkt stehen. Zwei Jahre im Konzern und immer noch nichts verdient? Nicht mal ein Konzept? Wie lange soll das noch so weitergehen? Selbst Google wird irgendwann einmal Antworten geben müssen.
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