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BASF

Quelle: dpa

Die BASF SE (ehemals: „Badische Anilin- & Soda-Fabrik“) gehört zu den größten Chemiekonzernen der Welt. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Ludwigshafen am Rhein. BASF ist weltweit in circa achtzig Ländern vertreten und ist im DAX gelistet. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 100.000 Mitarbeiter.

Die Badische Anilin- und Sodafabrik wurde 1865 von Friedrich Engelhorn in Mannheim-Jungbusch gegründet. Kurz nach der Gründung zog das Unternehmen nach Ludwigshafen um, weil es dadurch von Subventionen profitierte. Zuerst konzentrierte sich BASF auf die Produktion von Farbstoffen für die Textilindustrie und konnte hier technische Fortschritte erzielen. Bereits 1880 gründete das Unternehmen Niederlassungen in Frankreich, Russland und den USA. Die BASF Fabrik in Ludwigshafen zählte zu dieser Zeit zu einer der größten der Welt. 1904 schloss sich BASF mit Bayer und Agfa zur Interessengemeinschaft Farbindustrie zusammen, nachdem die Farbwerke Hoechst eine Kapitalverflechtung mit der Leopold Cassella & Co KG eingegangen war. In den folgenden Jahren machte BASF Fortschritte in der Ammoniaksynthese und nahm 1913 die erste Anlage in Betrieb.

Während des Ersten Weltkriegs ging die Farbproduktion stark zurück, da der größte Teil der Absatzmärke im Ausland lag. BASF fokussierte sich daher auf die Herstellung von Ammoniak und Salpeter für die Rüstungsindustrie. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurden die Werke von BASF demontiert und die Patente beschlagnahmt. Das Unternehmen versuchte zuerst wieder die Farbensparte aufzubauen, konnte aber nicht an alte Erfolge anknüpfen. BASF rutschte daher in eine Krise. Als Folge wurde im November 1924 die Gründung der I.G. Farben AG beschlossen. Infolgedessen übertrugen Agfa, Bayer, Casella, Hoechst, Kalle & Co. AG, Griesheim Elektron und Weiler-ter-Meer ihr gesamtes Vermögen auf BASF und die neugegründete I.G. Farben AG, welche 1925 in I.G. Farbenindustrie AG umbenannt wurde. Der Sitz des Konzerns wurde nach Frankfurt am Main verlegt. Das Unternehmen setzte in den folgenden Jahren vor allem auf die neue Autoindustrie und entwickelte in den Dreißiger Jahren die ersten Tonbänder. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde das Unternehmen in einen Staats- und Kriegskonzern umgebaut. Während des Krieges wurde verstärkt für die Rüstungsindustrie produziert. Unter anderem wurde auch das Blausäurepräparat Zyklon B produziert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Konzernvermögen der I.G. Farbenindustrie beschlagnahmt und Teile der Werke demontiert. Des Weiteren wurde eine Entflechtung des Konzerns vorgenommen. Aus der Entflechtung entstanden 1952 elf eigenständige Unternehmen (unter anderem BASF, Agfa, Bayer und Hoechst). BASF konzentrierte sich in den folgenden Jahren vor allem auf die Kunststoffproduktion. Außerdem baute das Unternehmen in den Fünfziger und Sechziger Jahren ihre Produktionsstätten im Ausland aus. Des Weiteren übernahm BASF verschiedene Unternehmen wie zum Beispiel die Glasurit-Werke M. Winkelmann AG und die Wintershall AG.

1975 wurde das Unternehmen offiziell von Badische Anilin und Soda Fabrik Aktiengesellschaft in die Kurzform BASF Aktiengesellschaft umbenannt. Ab den Siebziger Jahren begann BASF seine Pharma-Sparte auszuweiten. Außerdem gab es weitere Entwicklungen in den Bereichen Kunststoff, Riechstoffe und Pflanzenschutz. Durch eine Kooperation der Wintershall AG mit Gazprom entstanden des Weiteren neue Erdgasinfrastrukturprojekte in Deutschland. In den folgenden Jahrzenten wurde die Internationalisierung fortlaufend weiterentwickelt. Die BASF Magnetics Sparte schaffte es außerdem mit der Marke Emtec der größte Datenspeicherhersteller der Welt zu werden. 1997 wurde die Sparte an das koreanische Unternehmen KOHAP Inc. veräußert.

Nach der Jahrtausendwende folgte eine Restrukturierung des Konzerns. Um sich mehr auf die Kernaktivitäten zu konzentrieren verkaufte BASF 2001 die Pharma-Sparte an Abbott Laboratories Inc. Außerdem übernahm BASF im Jahr 2006 die Bauchemieaktivitäten der Degussa AG. Im Januar 2008 folgte dann die Umwandlung in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE).