Mehr Erfolg ohne Konkurrenzdruck

Peter Thiel steigt ins Marihuana-Geschäft ein

Twitter und der Größenwahn

Neuanfang im Feindesland

„Wir wollten fliegende Autos, sie gaben uns 140 Zeichen“

Bei Twitter wird „Pot geraucht“

Heinz BudeDie Angst und das Geld„Ohne Geld keine Angst, ohne Angst kein Geld: Kein Geld ohne Angst.“ Dieser Satz ist so etwas wie die Kurzversion des neuen Buchs des Soziologen Heinz Bude. Dieser dort beschriebenen Angst, welche die österreichische Band „Ja, Panik“ schon vor einigen Jahren auf eben jene Weise besang, spürt Bude nach. Er sieht sie als das Thema, das in der modernen Gesellschaft alle angeht – quer durch alle Schichten und Milieus. Und auch er sieht sie eng verbunden mit der Ökonomie.Als Ursprung der Angst sieht Bude den außengeleiteten Charakter, den er als kennzeichnend für unsere Zeit sieht. Er ist abhängig von der Beurteilung durch andere, seine Stellung in der Welt ermittelt er durch den Vergleich mit anderen. Das macht ihn so anfällig für die Sorge. Die gesellschaftliche Mitte, im deutschen Sozialstaat eigentlich wirtschaftlich abgesichert wie historisch nie zuvor. Dennoch quält sie die Angst vor dem Abstieg, erfährt sie ihren Status als prekär. Daher ist „der klassische Angsttyp moderner Gesellschaften“ der „Aufsteigertyp männlichen Geschlechts“.Das korrespondiert mit dem Problem, dass viele um wenige Spitzenposten konkurrieren, unklar aber ist, welche Leistung gefragt ist. Dabei droht für Bude der Wettbewerb die Gesellschaft zunehmend in Gewinner und Verlierer zu spalten. Eine Wettbewerbsgesellschaft aber brauche, fordert Bude, auch die mittleren Ränge, wenn nicht aus der Angst Verbitterung und Resignation entstehen soll. Dem gegenüber steht eine Ökonomie, in der in der Euro-Krise das Geld ebenfalls keine Sicherheit bietet, sondern wiederum ein Quell der Angst ist. „Aus einem System des Vertrauens wird dann mit einem Schlag ein System der Angst“, schreibt Bude.Politisch nutze das der jeweiligen Amtsinhaberin, deren Kunst darin besteht, Probleme pragmatisch zu bewältigen, „aber sie schläfert zugleich die Angst ihrer Klientel ein, indem sie alle Erfahrungen und Befürchtungen ausklammert, die Angst auslösen könnten“. Eine Beschreibung, die an Angela Merkel denken lässt. Einen echten Ausweg aus der Angst weist Bude nicht. Er legt vielmehr nahe, dass die Angst zum Leben gehört, ja, sie sogar eine Kehrseite hat: die Hoffnung auf Veränderung. Der Soziologie-Professor malt das Bild der Angst in weiten Zügen, setzt es zusammen aus Phänomenen wie den NSA-Enthüllung von Edward Snowden, dem NSU-Terror, dem Pisa-Test und Thilo Sarrazin: eine kompakte Momentaufnahme unserer Zeit um das Motiv der Angst. Bude liefert Denkanstöße, keine Lösungen. Christoph KapalschinskiBibliografieHeinz BudeGesellschaft der AngstHIS Hamburger Edition, 16,00 Euro 150 Seiten, ISBN 9783868542844

Paypal-Gründer fordert radikales Umdenken

Sicherheit für die Kleinsten

Die Profiteure der Schnüffelei

Serviceangebote