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28.08.2006 

Nach einer geschäftlichen Besprechung am späten Vormittag kann es zum Business Lunch gehen. Hat das Meeting am Nachmittag stattgefunden, ist ein Dinner denkbar. Anlässlich des ersten Treffens ist das kein Muss. Wenn es in den Planungen nicht vorgesehen war, sollte das Fehlen auch nicht als negative Wertschätzung interpretiert werden. Einladungen können allerdings aufgrund eines guten Besprechungsverlaufs spontan ausgesprochen werden. Aber auch dies sollte nicht überinterpretiert werden. Eine etwas ausgedehntere Teatime gegen 17 Uhr gehört zu den weiteren Alternativen. Generell kann spätestens nach dem zweiten Treffen von einem gemeinsamen Essen ausgegangen werden.

Die Wahl des Restaurants loben

Briten sind nicht ungastlich und betrachten das gemeinsame Mahl auch nicht als lästige Pflichtübung. Mit Bedacht wird eine schöne "location" ausgewählt, vor allem, wenn das Ereignis außerhalb der städtischen Zentren stattfindet. Der Gast sollte dann die schöne Örtlichkeit ("lovely place/pub/inn") und/oder die prächtige Umgebung ("outstanding view") loben. Das Essen läuft heute schneller und gesünder ab als früher. Der in der Vergangenheit übliche ausgedehntere Alkoholgenuss ist einem Glas Wein gewichen, der Digestif dem Kaffee.

Meist dient das gemeinsame Essen dem besseren Kennen lernen oder dem Vertiefen der Beziehung. Dabei spielt das "business" keine Rolle. Höchstens beim abschließenden Kaffee mag das Gespräch wieder auf das Geschäft kommen. Unverfängliche Themen wie kürzliche oder geplante Reisen, Sport oder Kultur können den Einstieg bilden. Hierbei will sich der Engländer im Sinne des Wortes "unterhalten". Niemand begibt sich beim Essen auf die Suche nach der Wahrheit. Auch die verbale Lösung von Konflikten ist nicht intendiert.

Der Gast sollte sensibilisiert seinen Partnern bei der Art der Konversation folgen. Eine eventuelle Diskussion bedarf eines Vorstoßes durch den Gastgeber. Auch hier wird es nie um die Verkündung von endgültigen Überzeugungen gehen. Der Gesprächspartner behält nach dem Gebot der Fairness immer seine Argumentationschance. Sprachduktus und Gestik bleiben immer moderat. Es können im Übrigen nicht zu viele Kenntnisse über Deutschland erwartet werden, es sei denn, jemand hat in der Vergangenheit bereits geschäftliche oder touristische Erfahrungen gesammelt. Umgekehrt sollte die Blöße bei grundlegenden britischen Themen nicht zu eklatant ausfallen.

Wer zum Essen eingeladen hat, zahlt auch

Große Geschäftsabschlüsse werden in Top-Restaurants gefeiert, von denen es in den letzten Jahren immer mehr gibt. Ansonsten kommt ein uriger Pub oder ein kleines Restaurant in möglicherweise interessanter Lage zum Zuge. Möglich sind auch Hotel-Restaurants und besondere Tea Rooms. Die Mahlzeit wird, wenn überhaupt, mit dem französischen "Bon Appetit" eingeläutet, bisweilen mit "Enjoy your meal". Wer zum Essen eingeladen hat, zahlt auch. Gerade in teureren Restaurants ist der Service meist nicht im Preis enthalten. Hier sollte man einen Aufschlag von etwa 10% einkalkulieren. Die Rechnung, die in der Regel mit Kreditkarte beglichen wird, weist den Preis, darunter eine Zeile für den gewünschten Servicebetrag sowie eine Zeile für die am besten selbst ermittelte Gesamtsumme auf.

Lesen Sie weiter auf Seite 5: Als Verhandlungssprache steht Englisch außer Frage

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