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15.12.2007 

Als vorbildlich gilt dafür die russische Finanzpolitik. Bisher hat es Finanzminister Alexej Kudrin verstanden, den Strom der Petrodollars gut zu lenken. Doch der Druck, die staatlichen Ausgaben angesichts der riesigen Summen, die zum Aufbau der Infrastruktur im Land nötig sind, anzukurbeln, steigt. Und damit auch das Inflationsrisiko. Dies wiederum könne das Wirtschaftswachstum zwar nicht abwürgen, aber erheblich dämpfen, fürchtet Christopher Weafer, Chefstratege bei der zweitgrößten russischen Privatbank Uralsib.

Sicher ist, die russische Währung ist zum Dollar noch stark unterbewertet: Exporteure werden es daher künftig schwerer haben. Schon heute prophezeit das Wirtschaftsministerium bei stark ansteigenden Importen das Ende des Handelsüberschusses von derzeit 130 Mrd. Dollar: Im Jahr 2011 sei es vorbei damit.

Bisher lassen sich ausländische Investoren von solchen Risiken offenbar wenig beirren – vor allem nicht die überwiegend mittelständisch geprägten deutschen Firmen, die vom gestiegenen Importbedarf Russlands profitieren. Allein im ersten Halbjahr stiegen die deutschen Ausfuhren um ein Drittel auf 12,8 Mrd. Euro.

Nach langen Geburtswehen wird heute nun die deutsch-russische Außenhandelskammer gegründet. Es sei klar, dass in einem Land wie Russland ein Generationswechsel in der Politik auch mit einer gewissen Unsicherheit verbunden ist, sagt Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages: „Mit der Handelskammer wollen wir klarmachen, dass wir über den Tag hinaus mit Russland zusammenarbeiten wollen.“

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