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15.11.2006 
Technologietransfer

China holt zum neuen Schlag aus

von Corinne Abele und bfai

Chinas Wirtschaft boomt. Nach dem aktuellen Bericht der Weltbank soll das Reich der Mitte 2007 mit 9,6 Prozent schneller wachsen als erwartet. Noch setzt das Land vor allem auf die Produktion von billiger Massenware. Doch neue Pläne liegen bereits in der Schublade.

Innovationen gefragt: China will sich weitgehend unabhängig von ausländischem Technologie-Know-how machen.  Foto: apLupe

Innovationen gefragt: China will sich weitgehend unabhängig von ausländischem Technologie-Know-how machen. Foto: ap

BEIJING. Die Zeiten, als die Volksrepublik China einzig als Spielzeuglieferant einen Namen hatte, sind vorbei. „Was kommt heutzutage nicht alles aus China?“, resümiert Unternehmer Feng Pingcang. Inzwischen produziert das Land Mikrowellengeräte, Klimaanlagen, Computer, Notebooks, VCDs und DVDs für den internationalen Markt. Folgen sollen Präzisionsmaschinen, Impfstoffe, Großgeneratoren, Analytikgeräte, Kernspintomografen – kurz: Hightechprodukte. Aus der Werkbank der Welt will Chinas Regierung das Labor der Welt machen.

Hochtechnologieprodukte stellen bereits knapp 30 Prozent des chinesischen Außenhandels. Doch Hightech ist in China weit gefasst. Dazu zählen neben der Pharma- und Medizintechnikbranche die Informations- und Kommunikationstechnik sowie die gesamte Elektronikindustrie: vom zusammengebauten Computer über Schaltschränke und chinesische Medizin bis hin zu hochmodernen Laser-Endoskopiegeräten.

Bei engerer Definition ist der Sektor daher auch schwer zu fassen. Kenner gehen von einer relativen Stärke in den Bereichen Biotechnologie und Kommunikationstechnik aus. Während in Ersterem westliches Know-how vor allem adaptiert und schnell vermarktet wird, gibt es in letzterer Sparte bereits einige international erfolgreich operierende chinesische Unternehmen wie die Telekom-Ausrüster Huawei oder ZTE mit eigener Technologie. Dennoch hat Han Xiaoding, Leiter der Repräsentanz der Fraunhofer-Gesellschaft in Beijing, insgesamt einen eher schwachen Eindruck von der Leistungsfähigkeit der Hightechbranche:

„Viele Firmen bezeichnen sich als Hochtechnologieunternehmen, aber nur ganz wenige arbeiten mit eigenem Know-how. Die meisten montieren einfach nur.“ Mit nur 23 Prozent liegt die in den sogenannten Hightechsektoren erreichte Wertschöpfung vier Prozentpunkte unter der des gesamten Industriesektors. Auch dies ist ein Indikator dafür, dass in China nicht überall Hochtechnologie drin ist, wo Hochtechnologie draufsteht. Etwa ein Viertel von Chinas großen Unternehmen hat zwar Forschungs- und Entwicklungszentren gegründet, aber nur ein Drittel davon ist tatsächlich innovativ tätig. Firmen wie Huawei oder ZTE mit Forschungsausgaben von etwa zehn Prozent des Umsatzes sind die Ausnahme.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Innovation made in Germany

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