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08.05.2008 

Die russische Führung steht vor einem schwierigen Balance-Akt: Ohne staatliche Investitionen dürfte der Rückstand des Landes in wichtigen Bereichen wie Infrastruktur, Bildung oder Gesundheit nicht aufzuholen sein.

Die Gefahr, dass Engpässe beispielsweise in der Stromversorgung das Wachstum bremsen ist groß. Sobald sie jedoch, wie bereits geschehen, die Ausgaben ankurbelt, treibt dies die Inflation weiter nach oben.

Da der russische Finanzmarkt trotz seines schnellen Wachstums insgesamt noch unterentwickelt ist – im Vergleich zu entwickelten Industriestaaten aber auch zu anderen Schwellenländer nutzt zum Beispiel nur ein marginaler Teil der Bevölkerung eine Kreditkarte – versagt auch das Instrument der Zinsschraube.

Der Regierung bleibt als letztes Mittel nur die Aufwertung des Rubels, was wiederum den Export der grundsätzlich bereits wenigen Industriegüter weiter belasten dürfte.

Putin und Medwedjew sind vor allem mit dem Versprechen angetreten, die Lebensqualität im Lande zu heben und nach Jahren des Reformstillstands und der Verstaatlichungen die Wirtschaft zu modernisieren – hinter den vielbeschworenen "Plan Putin", der ehrgeizige Ziele bis zum Jahr 2020 definiert hat, gibt es keinen Schritt mehr zurück.

Eine strikte Sparpolitik können sie sich daher nicht leisten. Putin selbst steht als Ministerpräsident nun in der Pflicht seinen schönen Worten auch Taten folgen zu lassen. Ob er die Bevölkerung für liberale Reformen und neue Belastungen begeistern kann, ist aber fraglich.

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