Schweden sind stolz auf ihre sozialen Errungenschaften und auf die große Geltung ihres kleinen Landes in der Welt. Deshalb ist das Nationalgefühl dort erheblich stärker ausgeprägt als in Deutschland. Das ist schon äußerlich zu erkennen an den Fahnenmasten vor den Häusern und Flagge oder Staatswappen auf Werbegeschenken.
Wegen der ausgeprägten kann man als Ausländer viel Porzellan zerschlagen durch inkorrekte Äußerungen oder Verhaltensweisen. Dazu gehören besonders sexistische oder rassistische Bemerkungen oder Witze sowie nach schwedischem Verständnis unsoziale oder undemokratische Ansichten.
Es kann schon mal vorkommen, dass schwedische Geschäftspartner beim business entertainment daheim oder in Gaststätten zu viel Alkohol trinken. Unter keinen Umständen sollte man sich bei späteren Treffen auf irgend etwas beziehen, was der Partner unter Alkoholeinfluss gesagt hat. Bei Alkoholgenuss sollte generell bedacht werden, dass im Straßenverkehr fast völlige Nüchternheit gefordert ist. Der Grenzwert beträgt 0,2 Promille, und es wird keineswegs als Kavaliersdelikt angesehen, sich mit mehr Alkohol im Blut noch ans Steuer zu setzen. In Büro- und Geschäftsräumen wird grundsätzlich nicht geraucht. Seit dem 1. Juni 2005 gilt ein Rauchverbot in allen öffentlichen Einrichtungen, Bars, Cafés und Restaurants. Ein deutscher Besucher, der sich nicht daran hält, würde einen sehr schlechten Eindruck hinterlassen.
Unbedingt Glückwünsche zum 50. Geburtstag schicken
Geeignete Themen bei Konversationen sind etwa die Naturschönheit des Landes mit seinen Seen, Küsten, Inseln und Wäldern, der hohe Lebensstandard, die Vorliebe für Volksfeste sowie traditionelle Bräuche, das hohe Qualitätsbewusstsein, bevorzugte Freizeitaktivitäten oder etwa die Bedeutung des Landes in bestimmten Sportarten (Tennis, Skilaufen, Golf, Segeln). Weniger geeignet sind zumindest zu Beginn politische, wirtschaftspolitische und soziale Themen, wie etwa das schwedische Gesellschafts- und Wohlfahrtssystem. Ausländischen Besuchern ist bei solchen Themen - schon wegen des begrenzten Wissens - große Zurückhaltung zu empfehlen, auch wenn sich alle Schweden über die zu hohen Steuerlasten einig sind.
In Schweden sollte man unbedingt Glückwünsche zum 50. Geburtstag schicken, der groß gefeiert wird. Üblich sind auch Grüße zu Weihnachten und Neujahr. Für Geschäftsbesuche sind Frühling und Herbst die am besten geeigneten Jahreszeiten. Die Sommerferienzeit von Mittsommer bis Mitte August, besonders der Kernmonat Juli, kommt dagegen nicht in Betracht, da viele Unternehmen und Geschäfte Betriebsurlaub machen oder nur einen reduzierten Service anbieten. Auch die Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag sollte man nicht für Besuche vorsehen. Schwierig können ferner die Wochen um Ostern herum werden, da viele Geschäftsleute in dieser Zeit Urlaub nehmen.
Am Mittsommerabend geht ebenfalls nichts. Er ist zwar kein gesetzlicher Feiertag, ganz Schweden ist dann aber mit den Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum Mittsommerfest beschäftigt. Auch der 13. Dezember, das Lucia-Fest, ist einer der wichtigsten inoffiziellen Feiertage. Am Morgen erscheinen überall Lichtbringerinnen, die mit ihrer Lichterkrone und Liedern das winterliche Dunkel erleuchten.
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