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13.09.2006 

Geschäftstreffen in Hotels oder beim Mittagessen sind in Schweden weniger üblich. Business ist gewöhnlich beschränkt auf das Büro oder Sitzungszimmer in der Firma, wo Kaffee, andere Getränke und oftmals auch Gebäck oder Sandwiches zum Mittagessen angeboten werden.

In Schweden wird stets minutiöse Pünktlichkeit erwartet; das akademische Viertel gibt es nicht. Eine Verspätung, auch eine noch so triftig begründete, kann das Gesprächsklima nachhaltig beeinträchtigen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass schwedische Geschäftsleute 5 bis 10 Minuten früher eintreffen.

Unterlagen über die eigene Firma werden ebenso erwartet wie Informationsmaterial über das Produkt. Beides sollte auf Englisch sein. Geschätzt wird knappes und faktenreiches Prospekt- und Referenzmaterial. Wichtig ist, die Vorzüge des eigenen Angebotes klar und kurz zu umreißen. Bei Präsentationen sollten Tabellen, Graphiken und ggf. Konstruktionspläne vorgelegt werden. Mögliche Werbepräsente sollten nicht bei der Kontaktaufnahme, sondern bei späteren Gegeneinladungen überreicht werden.

Terminen am späten Vormittag kann ein gemeinsames Mittagessen (affärslunch) folgen, das normalerweise zwischen 11.30 und 14.00 eingenommen wird. Der ausländische Gast kann auch selbst eine solche Einladung aussprechen. Die Wahl des Restaurants sollte in jedem Fall dem schwedischen Geschäftspartner überlassen bleiben. Der Gast sollte sich nicht überrascht zeigen, wenn dieser ein für das Land typisches Lunchlokal mit Selbstbedienung wählt.

Abendliche Geschäftsessen beginnen um 18.30 Uhr. Die meisten Restaurants bieten zu dieser Zeit teure Gerichte à la carte an. Die einheimische Küche ist ansonsten recht einfach. Aber die traditionelle Husmanskost (Hausmannskost) ist schmackhaft und bei Schweden sehr beliebt.

Wer eingeladen hat, zahlt in der Regel

Der Ehrengast wird neben dem Gastgeber platziert. Nur bei feierlichen und formalen Essen ist eine Sitzordnung üblich. Man isst und trinkt gewöhnlich erst, nachdem der Gastgeber oder die ranghöchste Person einen Toast (skal) ausgesprochen hat. Manchmal wird auch zunächst die Vorspeise aufgetragen und der Willkommens-Trinkspruch vor dem Hauptgang ausgebracht. Danach kann jeder Gast einen Toast aussprechen. Beim Zuprosten schaut man sich in die Augen, trinkt, schaut sich nochmals an und nickt sich zu, bevor man das Glas absetzt.

Nach dem Mahl bedankt sich der Ehrengast mit einer kurzen Ansprache oder einem Trinkspruch für die Einladung, das Essen und die Gesellschaft. Beim nächsten Treffen bedankt sich der Eingeladene nochmals mit einem Tack för senast (Danke für das letzte Mal).

Konversationen beim Essen sind häufig lebhaft und informativ, werden aber allgemein gehalten. Themen sind oftmals aktuelle Ereignisse in Deutschland, Schweden und der Welt. Beim Essen kann auch über Geschäfte gesprochen werden, aber der Besucher sollte damit besser warten, bis der Kaffee serviert wird.

Grundsätzlich ist die Rechung immer von dem zu begleichen, der eingeladen hat. Bedienungsgeld ist in Hotel- und Gaststättenrechnungen bereits enthalten. Es bleibt daher jedem überlassen, ob er noch zusätzliches Trinkgeld geben will. Für eine außergewöhnlich gute Bedienung sind weitere 5 bis 10% des Rechnungsbetrages üblich. Bei Taxifahrern, Kofferträgern und an Garderoben in Gaststätten (vor allem im Winter) ist Trinkgeld nicht im verlangten Preis eingeschlossen und wird auch nicht erwartet. Ein paar Kronen werden indes dankbar angenommen.

Lesen Sie weiter auf Seite 5: Unsachliche Argumente unbedingt vermeiden

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