Völlig unbedenklich ist der Austausch von positiven Erfahrungen über die Reichhaltigkeit des touristischen Angebots, der Landesküche und der Kultur - somit Themen, die Wertschätzung, Enthusiasmus und Interesse an Land und Leuten ausdrücken.
Was die Bekleidung angeht, dominieren in der Geschäftswelt für Männer konservative Anzüge und Krawatten in gedeckten Farbtönen, für Frauen Kostüm und Bluse. Hemden werden oft von Manschettenknöpfen geschmückt, Schuhe sind hochglanzpoliert. In der Regenzeit wird klimabedingt der Schirm dem Regenmantel vorgezogen. Auf teuren Schmuck ist wegen der hohen Kriminalität in den Ballungsgebieten zu verzichten.
Kurze Hosen und Tennisschuhe sind tabu, ebenso wie die in der Karibik oder Zentralamerika salonfähige "Guayabera" (leichtes Baumwollhemd). Ein konservatives Outfit ist in der Geschäftswelt unabhängig von der hierarchischen Position nach bestem Geschmack und Geldbeutel unabdingbar.
Vornamen sind im Prinzip reserviert für Familienmitglieder und enge Vertraute. Zur Geschäftsetikette gehört, dass das "Duz-Angebot" von mexikanischer Seite kommen muss. Dass dies manchmal sehr prompt geschieht, steht dazu nicht im Widerspruch, wobei das mexikanische "Du" mehr dem unverbindlichen amerikanischen Stil entspricht als der deutschen Vertraulichkeit. Enorm wichtig sind professionelle Titel wie "doctor", "avocado", "ingeniero" und "licenciado" - bzw. mit "a” am Ende für die weibliche Form. Die zwei letzt genannten werden auch oft benutzt, wenn sie keinem akademischen Titeln entsprechen.
Geschenke gehören nicht zum Geschäftsalltag, werden aber als Geste des Goodwills akzeptiert. Auch bei Abendeinladungen werden Präsente nicht erwartet, es sei denn bei Geburtstagen oder anderen festlichen Anlässen. Besser ist in der Regel eine Erwiderung der Einladung in ein gutes Restaurant. Geeignete Geschenke sind unter anderem Konfekt, Blumen, Spirituosen, Firmengeschenke oder Souvenirs aus der Heimat wie beispielsweise Bildbände. Teure Präsente sind gewöhnlich ungeeignet. Für Sekretärinnen empfehlen sich kleine Mitbringsel, dies aber erst beim zweiten oder dritten Besuch und etablierter Geschäftsbeziehung.
Zum Begrüßungsritual zwischen Männern gehört der "abrazo", der aus Händeschütteln, Umarmen und Schulterklopfen besteht. Die oft spontane und wiederholte körperliche Berührung ist für deutsche Ankömmlinge etwas ungewohnt, aber in Mexiko absolut üblich. Frauen werden anfangs nur verbal begrüßt, bereits beim Abschied oder zweiten Treffen aber bereits mit einem Kuss auf die Wange.
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