Der Außenwirtschaftsexperte des Verbandes der Maschinen- und Anlagebauer (VDMA), Klaus Friedrich, bestätigte, dass mehrere Mitarbeiter der US-Botschaft in Berlin bei einem Besuch die Position der US-Regierung deutlich gemacht hätten, wonach Geschäfte mit dem Iran nicht opportun seien. „Sie haben keinen direkten Druck ausgeübt“, sagte Friedrich mit Blick auf entsprechende Medienberichte. Der VDMA habe darauf verwiesen, dass mit dem Iran im Rahmen der Uno-Sanktionen und europäischer und deutscher Gesetze Geschäfte gemacht werden.
„Wir sind nicht in einer Position, den deutschen Firmen zu sagen, wie sie ihre bilateralen Investments tätigen sollen“, beteuerte ein US-Regierungsbeamter gegenüber Reuters in Berlin. „Wir drohen nicht gegenüber deutschen Firmen und wir sprechen auch keine Warnungen aus.“ Allerdings seien die Firmen gefragt worden, „ob sie wirklich Geschäfte mit einem Land machen wollen, dass sich gegenwärtig gleich zwei Uno-Sicherheitsratsresolutionen mit Strafandrohungen gegenübersieht.“
Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums betonte, zivile Geschäfte mit dem Iran seien legal. Dem Ministerium sei bekannt, dass die USA auf Banken zugegangen seien. Auf die Frage, ob eine Intervention von US-Regierungsstellen bei deutschen Unternehmen nicht eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Deutschlands seien, lehnte die Sprecherin von Minister Michael Glos (CSU) eine Stellungnahme ab.
„Die Firmen sind insgesamt vorsichtig geworden wegen des bestehenden und zukünftigen Uno-Sanktionsrisikos“, sagte Friedrich. Für 2007 rechnet der VDMA mit einem Rückgang des Iran-Geschäfts von 30 bis 40 Prozent nach einem Volumen von 1,57 Milliarden Euro 2006. „Es ist für die Firmen aufwendiger geworden, die Finanzierung zu sichern, weil sich maßgebliche Banken aus dem Geschäft zurückgezogen haben“, sagte Friedrich.
Deutsche und Commerzbank haben bereits in den vergangenen Monaten ihre Iran-Aktivitäten zurückgefahren. Auch die Dresdner Bank will ihre Geschäfte einstellen.
