0 Bewertungen
29.04.2008 

Aus wirtschaftlicher Sicht mindestens ebenso wichtig ist eine funktionierende Infrastruktur. Hier gibt es noch einige Sorgenkinder: Der Wassermangel im trockenen Sommer 2007 hat die Grenzen der bestehenden Anlagen genauso aufgezeigt, wie es die immer wieder vorkommenden Stromausfälle oder der mit schöner Regelmäßigkeit drohende Verkehrskollaps in der Metropole Istanbul tun. Von den rund 3.000 Kommunen des Landes verfügen gerade mal 16 über eine Mülldeponie, die den Umweltauflagen der EU entspricht.

Wolfram Erhardt, Direktor des Büros der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Ankara, schätzt, dass circa 50 Milliarden Euro in die kommunale Infrastruktur fließen müssen, um EU-Standards zu erreichen. Da nur ein geringer Teil davon aus türkischen Haushaltsmitteln oder Zuwendungen bilateraler Geber wie Deutschland oder der EU zur Verfügung steht, könnten die Ver- und Entsorgungseinrichtungen nur mithilfe eines stärkeren Engagements des Privatsektors modernisiert werden. „Es wird allerdings noch sehr lange dauern, bis sich private Investoren substanziell in der kommunalen Umweltstruktur engagieren. Dies trifft vor allem auf die benachteiligten Regionen im Osten und Südosten der Türkei zu“, führt Erhardt aus.

Aus diesem Grund beinhalten die über die KfW Entwicklungsbank finanzierten Projekte langjährige Beratungseinsätze erfahrener Consultants, die die betriebliche Leistungsfähigkeit auf technischem und wirtschaftlichem Gebiet durch Beratung und Trainingsmaßnahmen fördern. Immerhin ist in wohlhabenderen Städten ein vermehrtes Interesse privater Investoren erkennbar. Ein erfolgreiches Beispiel ist das Entsorgungsunternehmen Remondis, das im Rahmen eines Joint Ventures in verschiedenen Kommunen das Abwasser von insgesamt vier Millionen Einwohnern behandelt.

Große Veränderungen stehen in der Organisation der Energieversorgung an: Sowohl die Verteilernetze als auch die Stromerzeugung sollen in private Hände übergeben werden. Investitionen in die Kraftwerkskapazität sind dringend notwendig, schon in zwei bis drei Jahren könnte es sonst nach Ansicht von Branchenexperten zu ernsthaften Engpässen kommen. Nachdem in diesem Sektor über Jahre nicht viel passiert ist, herrscht nun lebhafte Aktivität: Das Potenzial für eine stärkere Nutzung von Windenergie wird ins Auge gefasst. Im November 2007 verabschiedete das türkische Parlament ein Gesetz zur Stromerzeugung aus Kernkraft. Konkrete Aufträge sind aber auch wieder für thermische Kraftwerke zu erwarten.


Weitere interessante Artikel über Länder, Branchen und Märkte finden Sie in "markets - Das Servicemagazin für Außenwirtschaft". Es erscheint alle zwei Monate und kostet 3,80 Euro (Jahresabo: 19 Euro).

Näheres zum Magazin erfahren Sie hier. Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeexemplar per Mail an markets@bfai.de!

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

weiterHandelsblatt Quiz

Quiz : Firmennachfolge: Der Nächste, bitte!

Los geht's!Tausende Unternehmen stehen in Deutschland jedes Jahr vor einem Generationenwechsel. Die Nachfolge ist nicht nur die Schlüsselübergabe von einem Chef...

weiterStartup

Wo Markenartikler ihre Restposten losschlagen  Artikel in Merkliste

01.09.2008

Das erste Geschäftsjahr ist noch nicht vorbei und Brands4friends hat bereits eine Million Clubmitglieder. „So viel hatten wir nicht so schnell erwartet, eher erst in zwei Jahren“, sagt Constantin Bisanz, 35, Mitgründer und Geschäftsführer des Shopping-Clubs. Im September ist der Internet-Shop aus Berlin ein Jahr online und schon Marktführer. Das Konzept: Markenartikel zum Schnäppchenpreis. Artikel


weiterAnzeige - Aktuelle Umfrage

Gesundheitsvorsorge 

Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus? Welche Maßnahmen ergreift das Management zur bevorstehenden Influenza-Saison 2008/2009? Bitte nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um uns diese Fragen zu beantworten. Unter allen Teilnehmern verlosen wir einen exklusiven USB-Stick aus Edelholz, handgefertigt in der Thalbach Design Manufaktur. Das Unikat hat eine Speicherkapazität von 2 GB. Hier geht es zur Umfrage: WEB-Link


Anzeige