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24.11.2006 

Bevor man zur Sache kommt, ist es wichtig, für eine freundliche und entspannte Gesprächsatmosphäre zu sorgen. Es sollte ausreichend Zeit darauf verwendet werden. Plaudern sie zwanglos über Sport, Reisen, Kunst und Literatur. Dabei kann es nicht schaden wenigstens einige der berühmtesten irischen Schriftsteller wie Joyce, Beckett, Shaw oder Wilde zu kennen.

Vermeiden Sie im Gespräch ein zur Schau stellen übertriebenen Selbstbewußtseins. Dies wird schnell als Arrogant gewertet. Auch allzu viel Lob macht eher mißtrauisch, es sei denn es geht um die Schönheit der irischen Landschaft. Gehen Sie auf die prosperierende Wirtschaft des Landes ein.

Der irische Geschäftspartner wird in der Regel gut vorbereitet in die Verhandlung gehen. Im Gespräch werden kontroverse Diskussionen geschätzt. Dabei ist Flexibilität und Offenheit auch für neue Lösungswege gefordert. Entscheidungen werden häufig intuitiv getroffen. Vermieden werden sollten bürokratische Prozeduren im Prozeß der Entscheidungsfindung. Sprechen Sie in Verhandlungen klar und zielgerichtet. Scheuen Sie sich nicht, eigene Meinungen und Ansichten zu vertreten, wenn diese fundiert sind. Man wird Sie für alles was geäußert wird beim Wort nehmen.

Üblicherweise werden Verhandlungen in Englisch geführt, da die meisten Iren kein oder nur wenig Deutsch sprechen. Das irische Englisch ist, alleine von seiner Phonetik betrachtet, gewöhnungsbedürftig. Dabei gibt es neben dem gerollten r noch zahlreiche andere Eigenarten, die das irische vom britischen Englisch unterscheiden. So verwenden die Iren Idiome und speziellen Wendungen, die sich erheblich vom Schulenglisch unterscheiden. Für Geschäftsgespräche ist eine gute Beherrschung der englischen Sprache erforderlich. Bei wichtigen Verhandlungen sollte im beiderseitigen Interesse ein Dolmetscher hinzugezogen werden.

Iren sind bisweilen hartnäckige Verhandler. Überzeugen sie mit präzise ausgearbeiteten Fakten und einer klaren Präsentation derselben. Letztere sollte einfach und auf den Punkt gerichtet sein. Irische Geschäftsleute schätzen bei Präsentationen Analogien aus der Sportwelt. Zuviel Detailversessenheit langweilt. Entgegen der landläufigen Meinung ist auch für irische Geschäftsleute Zeit kostbar.

Schwierig können Verhandlungen dann werden, wenn sich der irische Partner übergangen fühlt oder die Regeln des Fairplay missachtet werden. Oberstes Gebot sollte Offenheit und Ehrlichkeit sein.

Der Enthusiasmus irischer Geschäftspartner mag mitunter sehr dominant erscheinen. Auch hier ist der Vergleich mit Südländern offenkundig. Es empfiehlt sich daher, die in einem Meeting besprochenen Ideen noch einmal zu überschlafen, bevor Entscheidungen getroffen werden.

Irland ist für seine Gastfreundschaft bekannt. Eine Einladung nach Hause kann gelegentlich bereits nach kurzer Zeit des gegenseitigen Kennenlernens erfolgen. Die Familie genießt dort einen enormen gesellschaftlichen Stellenwert. Dabei gilt jedoch die klare Trennung zwischen privat und geschäftlich.

Einer Einladung ins Haus des Geschäftspartners sollte nicht ohne die Mitnahme von Geschenken Folge geleistet werden. Neben Blumen, Pralinen oder Wein kommen landestypische Produkte aus der Heimat besonders gut an. Dies können neben Nahrungsmittelspezialitäten zum Beispiel auch Bildbände sein. Eine sorgfältige Auswahl des Geschenks ist dabei wichtiger als deren tatsächlicher Wert.

Lesen Sie weiter auf Seite 5: Was Sie sonst noch über Irland wissen sollten

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