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15.05.2008 

Die Abschwächung der US-Konjunktur dürfte vor allem für die indische Exportwirtschaft problematisch sein. Die Ausfuhren in die USA machen rund 15% der Gesamtexporte aus und beliefen sich 2006/07 auf knapp 20 Mrd. Dollar. Die sinkende Nachfrage bekommen insbesondere die Branchen Informationstechnologie (IT) und Business Process Offshoring (BPO) zu spüren. Indiens IT-Firmen generieren nach wie vor den Großteil ihrer Umsätze mit Kunden aus den USA beziehungsweise mit Dienstleistungen für US-Firmen.

Der Branchenverband National Association of Software and Service Companies (Nasscom) erwartet insbesondere bei den US-Finanzinstituten in den kommenden Monaten ein deutlich geringeres Auftragsvolumen für indische IT-Dienstleister. Zudem leidet die Exportwirtschaft unter der starken Rupie. Laut Federation of Indian Export Organisations (FIEO) hat die Verteuerung der heimischen Währung um 12% allein im Finanzjahr 2007/08 den Unternehmen Umsatzeinbußen im Ausland in Höhe von 200 Mrd. indische Rupien (iR; rund 35 Mill. Euro; 1 Euro = 57,06 iR) beschert und 4 Mill. Arbeitsplätze vernichtet.

Sorgen bereitet der indischen Regierung derzeit vor allem die galoppierende Inflation, die im April 2008 mit 7,6% den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren erreicht hat. Preistreiber sind die weltweit steigenden Nahrungsmittel- und Energiekosten. Die Reserve Bank of India und Finanzminister P. Chidambaram haben angekündigt, umfassende Maßnahmen zur Eindämmung der Inflation - darunter die Senkung der Mineralölsteuer und der Einfuhrzölle auf Speiseöl - zu ergreifen.

Vor allem das positive Konsumklima der letzten beiden Finanzjahre mit Zuwächsen beim privaten Verbrauch zwischen 7 und 8% leidet unter der hohen Inflation. CMIE erwartet daher für 2008/09 einen moderateren Anstieg der privaten Konsumausgaben um 5%. Die Kaufzurückhaltung werde vor allem bei kurzlebigen Konsumgütern wie Bekleidung und Körperpflegeprodukten spürbar. Die Nachfrage nach langlebigen Konsumgütern wie Kfz, Haushalts- und Unterhaltungselektronik leidet derweil unter dem anhaltend hohen Zinsniveau.

Gesamtwirtschaftlich betrachtet hat sich die Dynamik auf dem indischen Subkontinent auf hohem Niveau leicht abgeschwächt. Während in der Vorjahresperiode das Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch real um 9,6% zulegte, erwartet die nationale Statistikbehörde ersten Berechnungen zufolge für 2007/08 nur noch ein Plus von 8,7%. Auch im laufenden Finanzjahr ist eine 9 vor dem Komma unwahrscheinlich, so die Einschätzung der Analysten.

Am unteren Ende der Prognosen liegen die US-Investmentbanken Morgan Stanley und JP Morgan Chase mit 7%. Die indische Regierung geht von einem Plus zwischen 8,5 und 9% aus, der Internationale Währungsfonds und die Asian Development Bank (ADB) rechnen mit 8%. Eine Anhaltende Flaute der US-Konjunktur könnte das indische BIP schlimmstenfalls um einen Prozentpunkt drücken, so die Einschätzung des CMIE.


Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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