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30.06.2008 
Investitionen trotz schlechter Sicherheitslage

Firmen suchen ihre Chance im Irak

von Mathias Brüggmann

Im Irak lässt sich derzeit eine Menge Geld verdienen. Da will die deutsche Wirtschaft mit von der Partie sein. Auch die irakische Regierung zeigt ihr Interesse an Investitionen aus Deutschland - und versucht, alle Bedenken zu zerstreuen.

Eine US-Patrouille im Irak: Die Sicherheitslage bleibt unverändert schlecht. Foto: APLupe

Eine US-Patrouille im Irak: Die Sicherheitslage bleibt unverändert schlecht. Foto: AP

BERLIN. Deutschland und der Irak wollen ihre Wirtschaftsbeziehungen trotz weiter bestehender Sicherheitsprobleme intensivieren. Am heutigen Montag kommt dazu in Berlin zum ersten Mal seit 21 Jahren die gemischte deutsch-irakische Wirtschaftskommission zusammen. "Deutschland muss endlich auch mit einer hochrangigen Delegation nach Bagdad kommen, sonst geht den Deutschen ein wichtiger Wachstumsmarkt verloren", fordert der Leiter der irakischen Delegation, Industrieminister Fawzi Franso Hariri, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Außenminister Frank Walter Steinmeier (SPD) sollte diese Abordnung anführen, ergänzte der irakische Botschafter in Berlin, Alaa Abdul Al-Hashimy. Schließlich hätten die Chefdiplomaten anderer Länder - wie bereits zweimal Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner - auch durch Reisen in den Irak ihre Unterstützung für das Land deutlich gemacht.

Vor allem aber stoßen sich Iraker und deutsche Unternehmer an der dringenden Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. "Wir fordern Deutschland auf, die Reisewarnung aufzuheben. Sie stört die wirtschaftliche Entwicklung. Die Bundesregierung sollte deutsche Unternehmer selbst entscheiden lassen, ob sie in den Irak kommen", sagte Minister Hariri. Die Reisewarnung sowie die Schließung der deutschen Botschaft in Bagdad für den Publikumsverkehr macht vor allem Versicherungsschutz für Irak-Reisende teuer und bei vielen Versicherern unmöglich.

"Das führt am Ende dazu, dass deutsche Firmen Aufträge verlieren und der Irak, wo deutsche Waren ein sehr positives Image haben, dann chinesische, koreanische oder Osteuropäische Maschinen kauft", meint Hariri. "Das ist eine sehr ernsthafte Beschränkung", sagt auch Peter Mayr, Vorsitzender des Gesprächskreises Irak der Nordafrika- und Nahost-Initiative der deutschen Wirtschaft und Managing Director des Handels- und Serviceunternehmens Terramar.

Dabei wachse das Interesse am Irak deutlich: Zahlreiche deutsche Firmen haben nach Angaben deutscher Industriekreise bereits Repräsentanzen - zumeist mit Irakern besetzt und unter anderem Namen als dem des deutschen Stammhauses. Vor allem Daimler und MAN sähen sich nach Angaben aus irakischen Unternehmenskreisen sehr aktiv im Zweistromland ab, eine ABB-Tochter habe gerade ein 450-Megawatt-Kraftwerk im nordirakischen Erbil fertig gestellt.

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