Andere deutsche Unternehmen suchen verstärkt Einstiegsmöglichkeiten im Irak - wie zum Beispiel der Maschinenbauer Amandus Kahl aus Reinbek bei Hamburg. "Am sichersten ist es wohl noch, Gemeinschaftsunternehmen mit Beteiligung des irakischen Staats dort zu gründen", meint der Kahl-Vertriebsleiter Hamid Farahmand, der in Kürze ein Büro im Irak eröffnen will.
Das Bundesregierung versucht nun, die Wirtschaftskontakte in den Irak zu verbessern: Dazu wollen Harriri und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) bei der Tagung der Wirtschaftskommission ein Investitionsschutzabkommen auf den Weg bringen. Iraks Premierminister Nuri al-Maliki will es dann Ende Juli Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin überreichen.
Das Auswärtige Amt hat bereits ein Generalkonsulat im kurdischen Erbil eröffnet, die Eröffnung eines Goethe-Instituts ist geplant. Mayr schlägt zudem eine deutsche Wirtschaftsrepräsentanz vor. "Denn trotz der deutlichen Verbesserungen der Lage im Irak wird ein freies Reisen im Land noch lange nicht möglich sein", so Mayr auf dem Deutsch-arabischen Wirtschaftsforum der Arabisch-deutschen Kammer für Handel und Industrie (Ghorfa) in Berlin.
Hariri nannte die Sicherheitslage in seinem Land "viel besser als noch vor wenigen Monaten". Auch die Wirtschaftslage helle sich auf. Nun sei "die Zeit für die Privatwirtschaft reif". Deutsche Unternehmen seien dabei vor allem als "Partner bei Ausbildung und Infrastrukturprojekten" gefragt. Geld dafür habe sein Land genug: Der Haushalt umfasse 48 Mrd. Dollar, davon 20 Mrd. für Infrastruktur-Investitionen. Deutsche Unternehmen hätten Interesse bekundet, im Irak Kraftwerke zu bauen und zu betreiben und über Langfrist-Verträge an Iraks Stromkonzern zu verkaufen. Auch Raffinerien könnten auf eigene Faust errichtet werden und Benzin frei exportiert werden. "Investoren stehen im Irak alle Türen offen. Kommen Sie in den Irak zurück", rief Hariri auf.
Mittelfristig habe der Irak viel zu bieten: So soll laut Hariri die Ölförderung von derzeit 2,6 Mill. Barrel (davon 2,4 Mill. für den Export) bereits bis Jahresende auf eine Ausfuhr-Kapazität von drei Mill. Barrel (159 Liter) steigen, bis 2012 auf sechs Mill. Barrell. Dazu würden international Servicekontrakte zur Modernisierung bestehender Ölfelder ausgeschrieben, auf die sich 116 Firmen beworben hätten - auch die weltweit größten Ölkonzerne. 35, davon zwei deutsche, seien in die Endauswahl gelangt, über die bis Ende September entschieden werden. Die Namen der deutschen Firmen nennt Hariri nicht.
