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10.03.2007 
Geschäftschancen für Investoren und Lieferanten

Höchste Eisenbahn in Westafrika

von Dieter Grau und bfai

Der Rohstoffhunger von Industrie- und Schwellenländern gibt der Wirtschaft und Infrastruktur Westafrikas kräftige Impulse. Zu den interessantesten Projekten gehören neue Eisenbahnen. Eine deutsche Beteiligung hängt von der Finanzierung ab.

Viele westafrikanische Staaten wollen ihr Schienennetz ausbauen, denn ohne Infrastruktur lassen sich die Rohstoffe der Region nicht erschließen. „Darin liegen Geschäftschancen für deutsche Unternehmen“, sagt Emile Muvunyi, Regionaldirektor Afrika der Deutschen Eisenbahn-Consulting GmbH (DE-Consult). „Es gibt enorm viel zu tun. Der Kontinent beginnt erst spät mit dem Aufbau einer Grundinfrastruktur.“ Bislang treten vor allem chinesische und indische Unternehmen in Westafrika als Finanziers und Investoren auf. „Deren finanzielle Möglichkeiten reichen aber nicht aus, um alle Projekte abzudecken“, glaubt Muvunyi.

Mit den wenigen Eisenbahnen, die es in Westafrika gibt, ist schon längst kein Staat mehr zu machen, geschweige denn Gewinne. Von 109 in Nigeria gezählten Lokomotiven sind nur noch fünf funktionstüchtig – nur eines von vielen Beispielen. Staatspräsident Olusegun Obasanjo beklagt es freimütig: „Eine Kombination aus Korruption, schlechtem Management, unzureichender Vermarktung, Versäumnissen bei der Entwicklung neuer Bahnlinien und der Einführung neuer Technologien haben zum Zusammenbruch des nationalen Bahnsystems geführt.“

Die Modernisierung und Erweiterung der nigerianischen Schienenwege aber sind geplant: Innerhalb von 25 Jahren sollen alle wichtigen Städte und Wirtschaftszentren des Landes verbunden werden. In einer ersten Projektphase bis 2010 will die Regierung rund 8,3 Milliarden US-Dollar (US$) in die Erweiterung und Sanierung der 1.126 Kilometer langen Strecke von Lagos nach Kano investieren. Die chinesische Regierung ist mit einem Zwei-Milliarden-US$-Kredit dabei.

Gabuns Staatspräsident Omar Bongo Ondimba braucht derweil eine Eisenbahn, um die riesigen, bisher ungenutzten Eisenerzreserven in Belinga ausbeuten zu können. Ein entsprechender Auftrag ging im Juni 2006 an die China National Machinery and Equipment Import and Export Corporation. Im Rahmen des Vorhabens werden die Chinesen unter anderem die TransGabon Railway um 320 bis 550 Kilometer verlängern.

Eines der ehrgeizigsten westafrikanischen Eisenbahnprojekte ist die Africarail, ein Netz, das spätestens 2010 Togo, Benin, Burkina Faso und Niger verbinden soll. Die erste Phase umfasst 1.300 Kilometer und kostet 1,5 Milliarden US$, von denen Indien ein Drittel übernimmt. Auch die restliche Finanzierung sei gesichert, die Ausschreibung vorbereitet, sagt Nigers Premierminister Hama Amadou. Mit dem Projekt will sich sein Land als Eingangstor zu Nigeria postieren, dem wirtschaftlich bedeutendsten Land der Region. Die Eisenbahn soll die Binnenländer Burkina Faso und Niger sowie den Südostens Malis und den Nordwesten Nigerias an die Häfen von Lomé und Cotonou anbinden. Nur so lassen sich Bodenschätze ausbeuten und Agrargebiete kommerzialisieren. In einer weiteren Phase könnte die Africarail auf Nigeria und Mali sowie auf Senegal, Côte d'Ivoire, Ghana und Tschad ausgeweitet werden.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Lukrative Möglichkeiten für deutsche Investoren und Lieferanten

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