Gleichzeitig wissen die Vereinigten Arabischen Emirate aber auch, dass sie aus eigenem Interesse den atomaren Aufrüstungsplänen Teherans entgegentreten müssen. Sollte die Lage in Iran aus dem Ruder laufen, wäre man sehr rasch tangiert. Dubai legt in der Iran-Frage zwar keine dezidierte außenpolitische Haltung an den Tag, um keine Seite zu verprellen. Das Emirat verlässt sich aber auch nicht allein auf die Hilfe der USA. Die Emirate betrachten die Attraktivität ihres Finanzplatzes als wichtigen Schutz gegen regionale Aggressionen.
Laut Motameni sind Geschäftsbanken in Dubai inzwischen aber dem Beispiel internationaler Institute wie HSBC oder UBS gefolgt und haben ihre Politik gegenüber Iran verschärft. So gehen sie etwa bei Akkreditiven – also Zahlungsvereinbarungen gegenüber Exporteuren – restriktiver vor, was den Handel erschwert. Doch auch die Banken aus Dubai fürchten um ihr US-Geschäft.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten leben heute insgesamt 450 000 Iraner. Nach den Indern und Pakistanern stellen sie die drittgrößte Ausländergruppe und machen rund zehn Prozent der Bevölkerung aus. Die Iraner sind in Dubai ein zentraler Wirtschaftsfaktor, ihnen gehören schätzungsweise 15 Prozent der Immobilien. Viele betrachten ein Heim in Dubai als Lebensversicherung. Laut Erhebungen des Iranian Business Councils haben Iraner allein in Dubai rund 300 Mrd. Dollar investiert.
