0 Bewertungen
04.04.2007 

Angesichts des Aufmarschs US-amerikanischer Truppen in der Region und der unsicheren Lage kalkulieren auch deutsche Firmenvertreter zunehmend ihr ganz persönliches Risiko. Manch einer schickt die Familie nach Hause oder macht direkt einen Bogen um das potenzielle Krisengebiet, sagte ein Kenner.

Deutsche Unternehmen sind mit einem Anteil von zehn Prozent nach den Arabischen Emiraten der zweitgrößte Lieferant Irans und in den meisten industriellen Sektoren tätig. Schwerpunkte sind die Petrochemie, die Elektrizitätserzeugung und -verteilung, Verkehrstechnik und Automobilindustrie, Schiffbau, Aluminium- und Stahlindustrie sowie der Wasser- und Abwasserbereich.

Der Abwärtstrend bei den Aufträgen für deutsche Firmen hat nach Einschätzung von Experten nicht nur politische, sondern auch wirtschaftliche Gründe. Obwohl Iran der viertgrößte Erdölproduzent ist und dort zehn Prozent der weltweiten Reserven lagern, steckt die dortige Petro-Industrie wegen ihrer maroden Technik und jahrelanger Misswirtschaft in der Krise.

Die Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) erwartet daher, dass die Fördermenge dieses Jahr wie schon 2005 und 2006 allenfalls stagniert und die Exporterlöse in diesem Jahr gegenüber 2006 um rund sechs Milliarden Dollar sinken werden. Das ist beachtlich, weil der Export von Erdöl und Erdgas einen Anteil von vier Fünfteln an allen iranischen Ausfuhren hat.

Es ist kaum vorstellbar, aber wahr: Iran hat inzwischen so ernsthafte Probleme mit der Benzinversorgung, dass es viel Sprit teuer importieren muss und sogar Pläne für eine staatliche Rationierung schmiedet. Die direkte Folge für den Handel mit dem Ausland und also auch Deutschland ist, dass die Devisen knapper und manche Aufträge verschleppt werden.

Ohnehin gelten schon seit längerem Handels- und Reisebeschränkungen sowie finanzielle Sanktionen gegen die islamische Republik, die aus US-Sicht zu den „Schurkenstaaten“ zählt. Möglichen schärferen Sanktionen steht die deutsche Wirtschaft naturgemäß skeptisch gegenüber. Eine Folge wäre, dass der wichtige Markt an asiatische Wettbewerber, insbesondere China und Indien, verloren ginge, heißt es warnend beim Außenhandels-Verband.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

weiterHandelsblatt Quiz

Quiz: Risk-Flow: Testen Sie Ihr Frühwarnsystem

Los geht's!Der Spielraum der Finanzjongleure hat sich erheblich verkleinert, die Risikoabsicherung wird immer wichtiger. Kennen Sie sich aus?

weiterStartup

Rosenblütensekt und Blütensalze für Feinschmecker  Artikel in Merkliste

15.09.2008

Vor vier Jahren gründete Diplombiologin und Blütenscout Anja Quäschning die Deutsche Blütensekt Manufaktur. Zu ihren Produkten gehören Rosenblütensekt und Blütensalze, ihre Kunden sind Gastronomen aber auch Privatleute. Das Geschäft mit dem Handerlesenen wächst – nun will Quäschning will die Firma auf Expansionskurs bringen. Artikel


Anzeige