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24.03.2008 

Die Höflichkeit gebietet es, die vietnamesischen Geschäftspartner zu einem Lunch oder Dinner einzuladen. Die Annahme solch einer Einladung gilt allgemein als günstiges Zeichen für die künftige Zusammenarbeit. Es kann davon ausgegangen werde, dass auch der vietnamesische Partner eine Gegeneinladung ausspricht. Solche Zusammenkünfte finden gewöhnlich ohne Ehepartner statt. Die Abendessen dauern in der Regel nicht sehr lange. Als Zeitdauer für ein Dinner können zwei Stunden angesetzt werden. Zum Dinner wird vorzugsweise zwischen 19:00 und 21:00 Uhr eingeladen.

Vietnam gehört zu den wenigen asiatischen Ländern, in denen zum Essen fast nur Stäbchen benutzt werden. Allerdings bringen die Vietnamesen so viel Verständnis auf, dass sie für ungeübte "Westler" auch Löffel, Messer und Gabel bereithalten. Ungeachtet aller regionaler Unterschiede zeichnet sich die vietnamesische Küche dadurch aus, dass es eigentlich keine klare Unterscheidung zwischen Vor-, Haupt- und Nachspeise gibt, da meistens alle Gerichte auf einmal serviert werden. Reis oder Nudeln bilden dabei die Basis, um die sich die angebotenen Speisen reihen. Die Suppe wird hingegen meistens am Ende des Essens serviert. Beim Weiterreichen der einzelnen Gerichte sollten beide Hände benutzt werden.

Die Auswahl eines geeigneten Restaurants stellt, insbesondere in der Wirtschaftsmetropole Saigon und in Hanoi, kein Problem dar. Mittlerweile gibt es hier eine ganze Reihe von ausgezeichneten einheimischen Gaststätten und von Fünf-Sterne-Hotels mit sehr guten Restaurants und einer hervorragenden Küche. Der vietnamesische Geschäftsfreund wird bei der Auswahl des geeigneten Restaurants gerne behilflich sein.

Bei Tisch sitzen die wichtigsten Gesprächspartner meistens nebeneinander. Die Plätze werden zugewiesen, und man sollte darauf achten, dass die älteste oder ranghöchste Person als erste den Platz einnimmt. Tischreden werden eigentlich nur bei sehr offiziellen Anlässen gehalten. Trinksprüche sind dagegen durchaus üblich.

Die Rechnung wird gewöhnlich vom Einladenden beglichen. Einzelrechnungen sind ähnlich wie in den meisten anderen asiatischen Ländern nicht üblich; Fragen danach beim Bedienungspersonal werden oft überhaupt nicht verstanden. Großzügigkeit wird in Vietnam sehr geschätzt und steigert das Ansehen. Auf Grund der relativ niedrigen Gastronomiepreise lässt sie sich hier auch leichter an den Tag legen als in den meisten westlichen Ländern. Die Entrichtung eines mäßigen Trinkgeldes, dessen Prozentsatz von der Gesamtrechnung jedoch 10 Prozent nicht überschreiten sollte, wird vom Personal sehr geschätzt. Der ausländische Gast sollte auf jeden Fall den Eindruck übertriebener Sparsamkeit vermieden.

Antworten stets im positiven Sinne formulieren

In der ersten Phase von Verhandlungen werden die Gespräche häufig nicht in Dialogform, sondern als Präsentation geführt, bei der der Vortragende nach Möglichkeit nicht unterbrochen werden sollte. Als Verhandlungssprache wird meistens Englisch gewählt. Häufig wird aber auch mit Dolmetschern gearbeitet. Gewöhnlich beginnt die vietnamesische Seite mit einem Gespräch, in dem ein einführender Vortrag über die eigene Tätigkeit erfolgt. Vietnamesen sind allgemein gute Redner, die die gesamte ihnen zur Verfügung stehende Zeit ausschöpfen, um sich zu präsentieren. Die Präsentation ist mit Geduld abzuwarten.

Nach der einführenden Darstellung durch die vietnamesische Seite sollte der deutsche Partner in knapper, aber möglichst anschaulicher Form ein Bild von seinem Unternehmen vermitteln. Dabei sollten mehrere anstehende Fragen zugleich vorgebracht werden. Entsprechende Antworten zu den einzelnen Fragen erfolgen meist später. Wenn der vietnamesische Partner bestimmte Fragen nicht beantwortet, so kann dies mehrere Gründe haben, die darin liegen können, dass die befragte Person nicht geeignet ist, die Fragen zu beantworten, keine Antwort weiß oder es sich um vertrauliche Informationen handelt.

Grundsätzlich ist zu beachten, dass in der vietnamesischen Sprache Antworten stets im positiven Sinne formuliert werden; die Benutzung von negativen Wörtern ist nicht üblich. Ein Vietnamese scheut sich, etwas eindeutig zu verneinen. Wenn Vietnamesen "It's no problem" sagen, meinen sie in Wirklichkeit sehr oft "No, it's a problem". Um eine negative Antwort auch als solche identifizieren zu können, bedarf es somit einer besonderen umgekehrten Fragestellung, um eventuelle Missverständnisse zu vermeiden.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Warum manche Farben tabu sind

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