Bei den Gesprächen sitzen sich die Hauptpersonen beider Seiten an einem Konferenztisch direkt gegenüber. Weitere Personen, die an den Verhandlungen teilnehmen, nehmen rechts und links der Verhandlungsführer ihren Platz ein. Auch bei ungünstigem Gesprächsablauf sollte der ausländische Besucher negative Bemerkungen und Reaktionen unterlassen. Werden die Verhandlungen mit Hilfe eines Dolmetschers geführt, so ist es besonders wichtig, einen Dolmetscher einzusetzen, der einem vertraut ist und mit dem man schon früher gut zusammengearbeitet hat.
Ferner ist es ratsam, während der Gespräche stets Notizen zu machen, da dies großes Interesse signalisiert und die Gegenseite geneigt macht, detailliertere Informationen zu anstehenden Projekten zu unterbreiten. Es ist üblich, beim ersten persönlichen Treffen kleinere Werbe- oder Gastgeschenke den vietnamesischen Partnern zu überreichen. Auch Humor ist gefragt, solange er nicht allzu persönlich wird.
Der private Umgang mit Geschäftsfreunden in Vietnam entwickelt sich langsam. Erst nach einer längeren Bekanntschaft werden engere Privatkontakte geknüpft, die dann aber sehr dauerhaft sein können. Für beide Seiten sollten Vertrauen, Spaß und Wohlbehagen im Vordergrund des privaten Umgangs stehen. Vietnamesen lieben die Geselligkeit, wobei sich aber die Gespräche in diesen geselligen Runden meist an der Oberfläche bewegen. Intensivere private Kontakte eröffnen sich dem ausländischen Geschäftsmann erst nach langjährigen Geschäftsbeziehungen.
Einladungen in das private Heim sind eher selten und stellen eine besondere Form der Ehrbezeugung dar. Dabei hat der Gast einige Regeln und Gebräuche zu berücksichtigen, um einen harmonischen und fröhlichen Verlauf des Besuchs sicherzustellen. Vor Betreten der Wohnung ist es üblich, sich seines Schuhwerks zu entledigen. "Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft", dieser Spruch gilt auch in Vietnam. Insbesondere bei Einladungen zu Familien ist es üblich, Blumen, Süßigkeiten oder Früchte mitzubringen. Bei mitgebrachten Geschenken ist auf die Verpackung großer Wert zu legen. Die Geschenke sollten dabei bunt verpackt werden, auf keinen Fall jedoch grün, blau oder schwarz, da dies Trauerfarben sind. Dagegen gelten Gold und Rot als "königliche" Farben. Auf keinen Fall sind Ziertaschentücher, schwarze Sachen, gelbe Blumen und Chrysanthemen zu schenken.
Kinder nie am Kopf berühren
Die Übereichung des Präsents sollte dann mit beiden Händen unter Andeutung einer leichten Verbeugung erfolgen. Im Allgemeinen werden auch in Vietnam Geschenke nicht in Anwesenheit des Gastes geöffnet, da dies als ungeduldig, gierig und daher unwürdig angesehen wird.
Während des Aufenthaltes im Haus des Gastgebers kann der Besucher mit einer Behandlung rechnen, wie sie einem sehr ehrenwerten Familienmitglied zukommt. Er sollte diese Rolle so weit wie möglich mitspielen, jedoch nie vergessen, den gebührenden Respekt den älteren Familienmitgliedern des vietnamesischen Gastgebers entgegenzubringen. Beim Besuch sind einige Tabus unbedingt zu beachten. Grundsätzlich sollten Personen nie am Kopf berührt werden. Auch Kinder sind auf keinen Fall, auch nicht zum freundschaftlich-väterlichen Streicheln, am Kopf zu berühren. Zudem gilt das Berühren einer Person an der Schulter sowie das Zeigen mit einem Finger als unpässlich. Um etwas zeigen zu wollen, sollte die Hand benutzt werden.
Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).
