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19.07.2008 

Auf der anderen Seite des Atlantiks geht es freundlich und direkt zu. Sowohl Nord- als auch Südamerikaner zeigen sich generell offen und leger. Korrekte Kleidung, Pünktlichkeit und ein seriöser Umgangston sind dennoch ein Muss. Vor dem Business steht der Small Talk. "Keep smiling" heißt dabei vor allem in den USA die Devise. Auch während der Verhandlungen kommt Humor gut an - vorausgesetzt, er ist geschmackvoll und bewegt sich im Rahmen der Political Correctness (PC), die in den USA über allem steht: Witze oder diskriminierende Äußerungen über religiöse Gemeinschaften, Frauen, Minderheiten und ethnische Gruppen sind absolut tabu!

Lob für Teamwork und gute Leistung wissen amerikanische Geschäftspartner sehr zu schätzen. Komplimente zum Aussehen einer Person sollte man sich dagegen lieber verkneifen - auch hier lauert die PC-Falle. Geschenke sind stets willkommen. "Ein deutscher Bierkrug verfehlt nie seine Wirkung", berichtet Volker Tüshaus, "damit habe ich in den USA gute Erfahrungen gemacht." Apropos Bier: Beim Mittagessen mit nordamerikanischen Geschäftspartnern haben alkoholische Getränke nichts zu suchen, und auch abends ist Zurückhaltung geboten. Akademische Grade spielen in den USA kaum eine Rolle. Berufliche Titel wie "CEO" oder "President" sollten aber auf keiner Visitenkarte fehlen.

Networking in Brasilien

Im Arbeitsalltag Brasiliens, dem größten Land Lateinamerikas, ist soziale Kompetenz das A und O. "Persönliche Beziehungen, das Network, öffnen Türen", berichtet Eckart Michael Pohl, Leiter der Unternehmenskommunikation von Bayer in Brasilien, aus eigener Erfahrung. "Eine einnehmende Begrüßung, humorvoller Small Talk und sich selbst intelligent verkaufen helfen dabei." Gelegentlich ziehen Brasilianer im Gespräch Vergleiche mit Deutschland, bei denen ihr Heimatland schlecht wegkommt. "In einem solchen Fall sollte man unbedingt positiv antworten und Brasilien und seine Errungenschaften loben", rät Pohl. In der Freizeit geht es in Brasilien deutlich legerer zu als in Nordamerika. "Es ist aber keinesfalls so, dass Brasilien das ganze Jahr Karneval feiert", meint der Manager. "Vor allem in der Geschäftsmetropole São Paulo wird oft härter gearbeitet als an Rhein und Donau."

Ganz im Gegensatz zur amerikanischen Lässigkeit steht die Geschäftskultur im Fernen Osten. In Japan bestimmen feste Rituale den Alltag von Geschäftsleuten. Höflichkeit und Zurückhaltung sind geschätzte Tugenden, das Protokoll hat einen hohen Stellenwert. Wer mit einem japanischen Unternehmen ins Geschäft kommen möchte, braucht auf jeden Fall einen lokalen Mittler, der erste Kontakte knüpft. Ohne diese bedeuten Anrufe oder E-Mails eher Zeitverschwendung und können sogar abschreckend wirken. Körpersprache ist in Japan wichtig. Man hält generell Abstand. Umarmungen, Schulterklopfen und sogar das Händeschütteln sind außer bei Trinkgelagen unüblich und lösen beim japanischen Gesprächspartner eher Unbehagen aus.

Visitenkarten kommt in Japan große Bedeutung zu. Denn sie zeigen, welche Funktion der Verhandlungspartner hat, und erleichtern so die richtige Einordnung des Gegenübers in die Unternehmenshierarchie. Man überreicht die Geschäftskarten normalerweise mit der Schrift dem Empfänger zugewandt. Wichtige Faustregel: Je weniger Titel auf der Karte stehen, desto höher der Rang. Ist nur der Name aufgedruckt, sollte man den Geschäftsmann kennen. Wer der Einladung in eine Karaokebar folgt, sammelt Sympathiepunkte - insbesondere, wenn er dort deutsche Volkslieder singt.

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