Anders als in Deutschland ist es in den USA nicht ungewöhnlich, wenn ein amerikanischer Geschäftspartner schon nach recht kurzer Bekanntschaft zu einem privaten Treffen einlädt. Eine solche Einladung kann unter Umständen schon beim ersten Kontakt ausgesprochen werden. Der Umgang bei privaten Einladungen ist recht freundschaftlich und ein "unbedarfter" Beobachter käme zu dem Schluss, es handele sich um eine (sehr) alte Bekanntschaft. Mit dieser amerikanischen Offenheit (andere sprechen von Oberflächlichkeit) richtig umzugehen, erfordert eine gewisse Erfahrung.
Verwirrung stiftet auch der Begriff "friend". Wenn ein Amerikaner davon spricht, er habe "a couple of friends" eingeladen, heißt das zunächst nur, dass er seine Gäste (möglicherweise nur sehr wenig) kennt. Freunde im deutschen Sinne würden als "close friends" bezeichnet.
Die Kleiderordnung für private Einladungen beschränkt sich im Wesentlichen auf die Vermeidung von "Extremen". Also in Abendgarderobe oder im "Formal Business Attire" zu erscheinen wäre ebenso unpassend wie ein Jogging-Anzug. Normalerweise erwartet der Gastgeber ein sogenanntes "Smart Casual"-Outfit (gehobene Freizeitbekleidung), aber auch "Business Casual" ist in Ordnung. Unter "Business Casual" versteht man zunächst den Verzicht auf einen Schlips, man kann einen Anzug oder eine Kombination tragen. Bei einer Kombination ist auch eine (nicht allzu abgetragene) Khaki-Hose oder eine hochwertige Jeans möglich.
Ein Präsent als Dank für die Einladung
Private Einladungen beginnen zumeist zwischen 19.00 und 20.00 Uhr und enden vor Mitternacht. Es wird eine gewisse Pünktlichkeit erwartet, allerdings sollte man keineswegs zu früh erscheinen. Verspätungen von bis zu einer halben Stunde gelten als akzeptabel. Wer diesen Zeitrahmen nicht einhalten kann, sollte sich kurz telefonisch melden. Als Dank für die Einladung sind kleine Präsente (Wein, Blumen etc.) angebracht.
Eines der besten Instrumente zur Verbesserung der Geschäftskontakte ist eine private Einladung zum Golf. Dabei sollte allerdings über das Geschäft nur wenig oder gar nicht gesprochen werden. Hinsichtlich der Beachtung der Spielregeln gilt auch beim Business-Golf eher das Gebot der Lockerheit, mit "deutscher Genauigkeit" würde man sich keine Freunde machen.
Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).
