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29.01.2007 

Höflichkeit und Stil südafrikanischer Gesprächspartner sind oft recht unterschiedlich. Es gibt sowohl den britisch geprägten Gentleman, der auch am britischen Königshof eine gute Figur abgeben würde, als auch den in seiner Sprache wenig geschliffenen Geschäftsmann, der in jedem zweiten Satz ein "bloody" oder andere, noch unschicklichere Worte verwendet.

Südafrikanische Geschäftsleute kleiden sich je nach Betätigungsfeld, Branche und Rang unterschiedlich. Die Bandbreite reicht vom Kakihemd, kurzen Pfadfinderhosen und langen Kniestrümpfen über den Freizeitlook bis zum schwarzen Anzug. Männliche Mitarbeiter in großen Bürogebäuden, und dies sind oft die Gesprächspartner ausländischer Geschäftsreisender, kleiden sich meist konservativ: Weißes Hemd mit langem Arm, Krawatte, dunkelgrauer oder schwarzer Anzug, schwarze Schuhe. Modische Anzüge aus Westeuropa sieht man nur selten - nicht zuletzt wegen eines fehlenden bzw. unbezahlbaren Angebots. Die südafrikanische Geschäftsfrau kleidet sich derweil oft in traditionellem englischen "Chic".

Von europäischen Geschäftspartnern wird nicht unbedingt erwartet, dass sich diese der südafrikanischen Mode beugen, sofern sie dezent gekleidet sind. Beim Herrn sind auch bei größerer Hitze Schlips und Sakko ein Muss. Die Jacke kann dann aber am Beginn der Geschäftsverhandlung abgelegt werden. Sandalen sind bei Herren völlig indiskutabel. Für Körperverhalten und Körpersprache gelten die gleichen Regeln wie in Westeuropa.

Bevorzugtes Gesprächsthema in der privaten Konversation ist der Sport - bei Weißen Rugby, Kricket, Golf und Tennis, bei Schwarzen Fußball mitunter auch Golf. Fast alle Südafrikaner sind "verrückt" nach Autos und lieben es deshalb darüber zu sprechen - ein sehr unverfängliches Thema für einen Small Talk. Der deutsche Geschäftspartner sollte allerdings nur dann erzählen, welchen Wagen er gerade in Deutschland fährt, wenn es sich dabei um eine Luxuslimousine, einen Sportwagen oder einen großen Geländewagen handelt. Aus südafrikanischer Sicht kann ein deutscher Geschäftsmann, der nur einen Mittelklassewagen fährt, schlichtweg nicht erfolgreich sein. Weiße Südafrikaner unterhalten sich auch gerne über die Schönheiten des Landes, Ausflugsmöglichkeiten, Naturparks, die Gartenroute an der Ostküste, Kapstadt und die angrenzenden Weingebiete.

Ein schwieriges Thema ist die afrikanische Politik. Wer hierzu eigene Gedanken beitragen will, sollte sehr gut Bescheid wissen, andernfalls lieber interessiert zuhören. Im Gespräch mit Schwarzen sollte das Thema am besten ganz gemieden werden. Die Themen Rassismus und Religionen eignen sich nicht für das private Gespräch. Wer unbedingt Witze zum Besten geben will, sollte zuvor beachten, dass die südafrikanische Gesellschaft zum Teil noch vom Kalvinismus geprägt ist. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass unterschiedliche Kulturkreise auch Unterschiedliches witzig finden.

Ungünstig für Geschäftsbesuche sind lange Wochenenden, die mitunter durch zusätzliche Urlaubstage verlängert werden. Der Südafrikaner liebt seine Freizeit und nutzt meist jeden sich bietenden Brückentag. Die gesetzlichen südafrikanischen Feiertage sind der 1. Januar (Neujahr), 21. März (Menschenrechtstag), Karfreitag, Ostermontag, der 27. April (Freiheitstag), 1. Mai (Tag der Arbeit), 16. Juni (Tag der Jugend), 9. August (Tag der Frau), 24. September (Tag des nationalen Erbes), 16. Dezember (Tag der Versöhnung), 25. und 26. Dezember (Weihnachten). Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf einen Sonntag, so wird er am nächsten Werktag (Montag), nachgeholt. Spezielle Bankfeiertage gibt es nicht. Die offiziellen Feiertage haben einen unterschiedlichen Stellenwert. Juden, Muslime und Hindus beachten ihre eigenen religiösen Feiertage, auch wenn diese keinen offiziellen Charakter haben.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Gesprächstermine schon vor der Anreise nach Südafrika vereinbaren

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