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04.10.2006 

Bei einem gemütlichen Beisammensein mit Golfarabern fehlt selten die "Shisha" - die orientalisch verzierte Wasserpfeife. Sie wird auch dem westlichen Gast angeboten. Der Tabakrauch verbreitet einen angenehmen süßlichen Geruch, da er mit Aromaten gemischt ist. Das Rauchen der Shisha ist kein Männerprivileg. Auch Frauen greifen zur Shisha. Es besteht keine Verpflichtung, eine Shisha mitzurauchen. Allgemein fällt auf, dass die Golfaraber wenig rauchen. In vielen öffentlichen Einrichtungen besteht ein striktes Rauchverbot. Bei Tisch wird fast nie geraucht. Starken Rauchern ist zu empfehlen, in der Golfregion ihren Zigarettenkonsum einzuschränken.

Ausländer sollten sich sehr geehrt fühlen, wenn ein Golfaraber sie zu einem Mittag- oder Abendessen nach Hause einlädt. Es gilt dann als schick, zunächst die Einladung höflich abzulehnen, um sie dann nach einer nochmaligen Aufforderung zu akzeptieren. Erfolgt die Einladung in schriftlicher Form, ist auf sie in schriftlicher Form und in der gleichen Sprache, in der die Einladung verfasst wurde, zu antworten. In jeder Stadt gibt es genügend Übersetzungs- und Schreibbüros, die dies erledigen können.

Bei persönlichen Einladungen zu einem kleinen Kreis von Leuten wird Pünktlichkeit erwartet. Bei großen Empfängen, zum Beispiel zu einer Hochzeit, kann man ruhig mit ein- bis zweistündiger Verspätung erscheinen. Ein sehr heikles Problem sowohl für die arabische als auch die westliche Seite ist die Einladung der jeweiligen Gattinnen. Normalerweise spricht die arabische Seite nur die Einladung an den Mann aus. Selten ist darin die Frau mit einbezogen. Der ausländische Gast muss daher sehr taktvoll herausfinden, ob auch seine Frau mitkommen darf. Es gilt die Regel, dass Männer nur Männer und Frauen nur Frauen einladen.

Ist dies der Fall, muss die westliche Begleiterin unter Umständen damit rechnen, dass sie unmittelbar nach Betreten des Hauses des Gastgebers von ihrem Ehemann getrennt wird. Männer und Frauen unterhalten sich an separaten Orten und nehmen auch getrennt die Mahlzeiten ein. Dabei wird den Männern zuerst serviert. Dem westlichen Mann sollte unter keinen Umständen einfallen, sich für die köstliche Mahlzeit bei der Frau des Hauses zu bedanken oder ihr beim Verlassen des Hauses schöne Grüße zu bestellen.

Diese Art von Einladungen werden hauptsächlich in Saudi-Arabien praktiziert. In den anderen Golfstaaten, in denen westliche Lebensweise schon mehr Einfluss gefunden hat, ist der beschriebene Ablauf teilweise nicht typisch.

Golfaraber sind mit privaten Einladungen an westliche Ehepaare insgesamt sehr vorsichtig. Sie kennen die enormen kulturellen Differenzen und möchten sich nicht der Situation aussetzen, diese immer erklären zu müssen. Auf der anderen Seite sollten westliche Gastgeber deshalb nicht überrascht sein, dass beim Aussprechen einer Einladung an ein arabisches Ehepaar, der arabische Mann diese zwar gern akzeptiert, aber dann nie mit seiner Ehefrau erscheint. Meist gibt er als Entschuldigungsgrund eine Unpässlichkeit seiner Frau an. Auch dabei sind kulturelle Unterschiede der wahre Grund.

Wird eine häusliche Einladung an mehrere Golfaraber ausgesprochen, so sollte der Gastgeber schließlich darauf achten, dass er die richtige "Zusammensetzung" der Gruppe trifft. Es kommt darauf an, dass sich alle Gäste gut untereinander verstehen. Manchmal kommt es auch vor, dass ein eingeladener Araber ohne Vorankündigung auch seinen Freund oder sogar Freunde mitbringt. Für diesen Fall gilt es, gastronomische Vorsorge zu treffen.


Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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