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04.10.2006 

Die Bewohner der Golfregion sind ihren westlichen Gästen gegenüber generell sehr aufgeschlossen, höflich, tolerant und gastfreundlich. Auch ihre Verhaltensweisen gelten als nicht besonders kompliziert. Von ihren westlichen Gästen erwarten sie lediglich, dass diese ihre traditionelle und manchmal auch sehr privat betonte Lebensweise respektieren.

Dies ist keine übertriebene Forderung. Ihr ist relativ leicht nachzukommen. Als Faustregel gilt: Wer nur die besten Sitten und Gewohnheiten seines Landes mitbringt, muss bei zwischenmenschlichen Beziehungen in den Golfländern keine Schwierigkeiten befürchten.

Gegenüber Saudi-Arabien besteht in der westlichen Welt das allgemeine Vorurteil, dass dort Ausländer nicht erwünscht seien. Dies trifft immer noch für einige wenige entlegene Landesregionen zu. Auch die Regierung leistet dieser Ansicht Vorschub, da sie den Zustrom westlicher Touristen ablehnt, da angeblich breite Bevölkerungskreise keine Störung ihrer traditionellen Lebensform wünschen. Was an dieser Einstellung auf religiösen Fundamentalismus und Fanatismus zurückzuführen ist, kann nur schwer abgeschätzt werden. Manche behaupten auch, dass die Saudiaraber sich ihre Gäste nicht aufdrängen lassen wollen. Sie möchten sie selber aussuchen.

Mittlerweile gibt es in sehr bescheidenem Umfang einen westlichen Tourismus nach Saudi-Arabien. Auch Geschäftsleute, denen die Einreise ins Königreich jederzeit gestattet ist, sind dort gern gesehene Gäste.

Allerdings müssen sich die Frauen in Saudi-Arabien bestimmten Kleidungsregeln unterwerfen. Ausländische Frauen sind verpflichtet, vor Betreten des Königreichs die Abaya anzulegen. Diese reicht mit langen Ärmeln vom Hals bis zu den Fußknöcheln. Ein Zurückschlagen der Ärmel oder eine weitere Öffnung der Abaya am Hals sind nicht gestattet. Beim Verlassen des Hauses oder des Hotelzimmers muss die Frau die Abaya anziehen. Wird diese Regel nicht beachtet, gibt es sehr schnell Schwierigkeiten mit der Religionspolizei (Mutawwa), die überall präsent ist. Frauen aus westlichen Ländern sind eigentlich nicht verpflichtet, ein Kopftuch zu tragen. Die Mutawwa verlangt dies jedoch immer öfter. Männern ist es nicht gestattet, in kurzen Hosen aufzutreten.

Schläge auf blanke Körperteile

In den anderen GCC-Staaten erwartet die Bevölkerung von westlichen Besuchern - zwecks Bekundung gegenseitigen Respekts - eine korrekt konservative, westliche Bekleidungsweise. Dies bedeutet für den Mann praktisch vollständiger Anzug oder Anzugskombination. Bei Frauen sind dezent geschnittene Kostüme oder Hosenanzüge angebracht. Die Rocklänge sollte deutlich unter das Knie reichen. Allgemein gilt, so wenig wie möglich Haut zu zeigen.

An manchen Orten in der Golfregion strapazieren gelegentlich westliche Reisende mit zu legerer Freizeitkleidung die Toleranzgrenzen der ansässigen Bewohner. Hin und wieder geben diese ihren Unmut darüber durch das Werfen von Steinen oder Schlägen mit dem Rohrstöckchen auf blanke Körperteile kund.

Die Golfaraber sind kontaktfreudige Personen. Besonders die Bevölkerung, die in den Küstenregionen der arabischen Halbinsel lebt, hat gegenüber Fremden wenig Berührungsängste, da sie schon seit Jahrtausenden einen lebhaften Handel mit den Völkern des indischen Subkontinents, Afrikas sowie des Nahen und Mittleren Ostens pflegt. Im tiefen Inneren von Saudi-Arabien und Oman ist dies allerdings nicht der Fall.

Die indirekte Kontaktanbahnung, so wie dies in der westlichen Welt über Wirtschaftsvereinigungen, Verbände oder Kammern möglich ist, gibt es in den Golfstaaten nicht. In den Großstädten gibt es jedoch Industrie- und Handelskammern. Es handelt sich dabei um staatliche Organisationen, die höchst unterschiedlich strukturiert und bei der Vermittlung erster Kontakte nur gelegentlich von Effizienz sind. Sie dienen hauptsächlich der Förderung der binnenwirtschaftlichen Entwicklung, der Schlichtung von Handelsstreitigkeiten (Schiedsgerichtsstellen), der Propagierung neuer Projekte und der Registrierung von Geschäftsneugründungen. Manchmal erfolgt auch über die Kammern die Veröffentlichung von Statistiken.

Lesen Sie weiter auf Seite 6: Botschaften sind effiziente "Türöffner"

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